Modernes S-Bahn-System für München

s bahn muenchenDesignstudie, die der aktuellen Neufahrzeugausschreibung beigefügt wurde (Visualisierung: neomind)Mit der Initiative Starke S-Bahn München – Programm 14plus beginnt die DB eine seit Bestehen der S-Bahn beispiellose Ausbau- und Qualitätsinitiative. Noch vor dem Start der 2. Stammstrecke soll der S-Bahn-Verkehr schrittweise zuverlässiger werden. Die Initiative greift in drei Bereichen:

Erstens sorgt die DB in einer Qualitätsoffensive für einen stabileren Betrieb sowie eine bessere Fahrgastinformation und investiert dafür in den nächsten zehn Jahren zusätzlich 500 Mio. EUR. Zweitens baut die DB in den nächsten zehn Jahren die Infrastruktur des S-Bahn-Systems aus, beschafft neue Fahrzeuge und errichtet zwei neue S-Bahn-Werke.
 
Dritter wichtiger Bestandteil ist die Digitalisierung der gesamten Signal- und Leittechnik des Bahnknotens München, beginnend mit der bestehenden Stammstrecke bis 2030. Es ist die Voraussetzung für eine Automatisierung. München wird neben Stuttgart und Hamburg das dritte große Projekt im Rahmen der Digitalen Schiene Deutschland. Aktuell untersucht die DB mit einer Machbarkeitsstudie die Details der Umsetzung.


Parallel laufen Planungen und Bauarbeiten für Ausbauvorhaben und das  Netz ergänzende Maßnahmen sowie für moderne Bahnhöfe. Mehrere S-Bahn-Außenstrecken erhalten zusätzliche Gleise; unter anderem zwischen Steinebach und Seefeld-Hechendorf. Mit Fertigstellung der Sendlinger Spange Mitte 2024 wird der Bypass zwischen Pasing und Heimeranplatz leistungsfähiger. In Laim können Fahrgäste in diesem Jahr mit dem neuen und großzügigen Bahnsteig an Gleis 1 das erste Mal einen fertiggestellten Teil der 2. Stammstrecke nutzen. Am Ostbahnhof nimmt das elektronische Stellwerk 2023 den Betrieb auf. Es steuert 70 Signale und 60 Weichen. Mit einem Aufzug am Isartor wird dieses Jahr die gesamte Stammstrecke barrierefrei.

Nach der inzwischen abgeschlossenen Modernisierung aller S-Bahntriebzüge der Baureihe (BR) 423 verstärken im Jahresverlauf 16 modernisierte Züge der BR 424 die S-Bahn-Flotte. Die DB beschafft im Rahmen des mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) abgeschlossenen 1. Münchner S-Bahn-Vertrags außerdem 90 neue XXL-Züge, die Standards setzen werden. Erstmals in der Geschichte der deutschen S-Bahnen kommen ab Ende der 2020er Jahre durchgängige 200 m lange Triebzüge in ICE-Länge (Bild 1) zum Einsatz. Sie bieten 12 % mehr Kapazität. Für die Instandhaltung der wachsenden Flotte baut die DB an beiden Enden der Stammstrecke zwei neue S-Bahn-Werke, die dank Photovoltaik, Geothermie und begrünten Dächern klima- und ressourcenschonend arbeiten werden. In Pasing beginnen bauvorbereitende Maßnahmen 2023. Der Neubau des S-Bahn-Gebäudes samt Leitstelle am Ostbahnhof ist bereits abgeschlossen.

Um vor Fertigstellung der großen Vorhaben für mehr Zuverlässigkeit zu sorgen, ergreift die DB kurzfristig Maßnahmen. Zusätzliche Fahrzeuge an Endbahnhöfen sorgen seit Dezember 2022 für mehr Fahrplanstabilität. Rückfahrten können so trotz verspätet ankommender Züge pünktlich beginnen. Disponenten in der Leitstelle werden Künstliche Intelligenz (KI) nutzen, die laufend die Verkehrslage analysiert und mögliche Konflikte frühzeitig erkennt.