XXL-Triebzüge für die S-Bahn München

s bahn muenchenNeue S-Bahn-Triebzüge für München (Visualisierung: Siemens).Ab Ende 2028 sollen bei der S-Bahn in München die ersten Triebzüge einer neuen Generation zum Einsatz gelangen. Zum ersten Mal werden in Deutschland komplett durchgängige S-Bahn-Fahrzeuge mit über 200m Länge im Einsatz sein. Nach einer EU-weiten Ausschreibung wird Siemens Mobility die 90 bestellten Triebzüge mit 2Mrd.EUR Auftragsvolumen liefern. Es gibt eine Option auf weitere Fahrzeuge. Die Finanzierung wird vom Freistaat Bayern über ein Leasingmodell garantiert.
 
Auf einem gemeinsamen Pressetermin am Wittelsbacher Platz in München am 2. August 2023 stellten die DB, das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr und Siemens Mobility den Triebzug vor.

Bei den neuen Zügen liegt der Fokus auf minimale Lebenszyklus-Kosten durch hohe Energieeffizienz, Leichtbauweise, minimierte Wartungskosten. Dazu gehören der Einsatz von SiC-Halbleitern, effiziente Transformatoren ohne Öl als Kühlmittel sowie die aerodynamische Gestaltung.

Es sind eine große Anzahl von redundanten Komponenten verbaut und mit dem System RailigentX ausgestattet, das zustandsbasierte und vorausschauende
Wartung der Züge ermöglicht und höchste Verfügbarkeit der Züge gewährleitstet. Diagnosesysteme erfassen während der Fahrt den Status relevanter Komponenten wie etwa der Türsteuerung und der Klimaanlage. Die Daten werden verarbeitet und die wesentlichen Informationen für den Betrieb der Flotte dann direkt in Leitstellen und Werke übertragen. So können Züge rechtzeitig aus dem Betrieb genommen werden und die Instandhaltung zielgerichteter
und effizienter geplant werden. Die 8-prozentige Wiederverwertbarkeit der eingesetzten Materialien wird im Konstruktionsprozess beachtet. Durch einen langfristen Softwarepflegevertrag bis 2034 können Siemens Mobility und die DB jederzeit aktuelle Software aufspielen und die Fahrzeug-IT zukunftssicher weiterentwickeln.

1,40m breite Türen sorgen mit 20cm mehr Durchgangsbreite als bisher und mit großzügigen Einstiegsbereichen für gute Verteilung der Fahrgäste. Die Klimaanlage arbeitet mit umweltfreundlichen Kältemitteln und ist auf Temperaturen von –25°C bis zu 45°C ausgelegt.

Insgesamt gibt es 166 Displays für die Fahrgastinformation in Echtzeit. Das sind 104 Displays im Innenraum über den Türen, an der Decke, in den Wagenübergängen und an den Rückwänden der beiden Führerstände. 62 Außendisplays über den Türen informieren über Linie, Fahrtziel und Zwischenhalte. Vier große Display-Wände auf den Rückseiten der Führerstände ergänzen die Anzeigen.

Mit den Bereichen Forschung und Entwicklung, Engineering und Komponenten sind die bayerischen Standorte München, Erlangen, Nürnberg und Luhe-Wildenau an den neuen S-Bahn-Zügen maßgeblich beteiligt.