Anschlussbahnen in Voralberg
Containerumschlagplatz in Vorarlberg (Foto: ÖBB/Blum)Mit jährlich 3 Mio. Lkw-Ladungen rollen 90 % aller Güter in Vorarlberg, Österreich, über die Straße. Der Modalanteil der Schiene ist viel zu gering, obwohl der Vorarlberg für den Schienengüterverkehr prädestiniert ist. Durch die starke Exportorientierung der Wirtschaft überwiegt in Vorarlberg der Quell- und Zielverkehr mit dem Ausland.
Mobilitätslandesrat Daniel Zadra betont beim Treffen mit ÖBB-CEO Andreas Matthä: „Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einem Lkw-Transitland oder einem Bahnland leben wollen. Der Güterverkehr muss von der Straße auf die Schiene verlagert werden“.
Ein wichtiger Anker für Transportverlagerung sind die Anschlussbahnen, so ÖBB-CEO Matthä. Neben dem ÖBB-Containerterminal in Wolfurt und dem kleineren Bahnterminal in Bludenz bestehen in Vorarlberg 24 firmeneigene Anschlussbahnen mit Anschluss ans ÖBB-Netz und weitere sieben auf der Montafonerbahn. Für Kunden ohne eigenen Gleisanschluss stehen öffentliche Ladegleise und intermodale Terminals zur Verfügung. Errichtung und Betrieb einer Anschlussbahn fallen im Gegensatz zur Straßenerrichtung komplett in die Verantwortung des jeweiligen Unternehmens.
Um die Attraktivität von Anschlussbahnen und öffentlichen Bahnen zu steigern, wollen ÖBB und Land Vorarlberg zunächst die Information und Beratung rund um Transportverlagerung für Unternehmen ausbauen. Dafür haben die ÖBB und das Land Vorarlberg die Funktion eines Güterverkehrskoordinators geschaffen.
Mit 1700 Vollcontainerlager-Stellplätzen im unmittelbaren Kranbereich sowie 3500 Leercontainerlager-Stellplätzen ist der ÖBB-Güterterminal Wolfurt wichtigster Güterverkehrsknoten in Westösterreich. Im Jahr 2022 wurden 150000 ITE(Intermodale Transporteinheiten) umgeschlagen. Bis Ende 2029 wird die ÖBB in mehreren Etappen die Kapazität am Terminal Wolfurt verdoppeln und den Service flexibler und nachfrageorientiert gestalten.
Für den Neubau, die Erweiterung und Reaktivierung von Anschlussbahnen besteht ein Förderprogramm des Bundes, mit dem bis zu 50 % der Kosten gefördert werden. Abgewickelt wird das über die bundeseigene Schieneninfrastrukturgesellschaft (SCHIG).
Der Beschlägehersteller Blum zum Beispiel versendet 35 % seiner Produkte über die Schiene und will den Wert auf 50 % steigern. Gemeinsam mit der Rhomberg Gruppe betreibt Blum die Anschlussbahn Stöcken in Dornbirn, über die im vergangenen Jahr beide
Unternehmen 220000 t Waren weltweit versendeten. Zusätzlich bekommt Blum 60 % der Stahllieferungen über den Terminal Wolfurt geliefert. Ziel ist ein Anteil von 90 %.