Elektrische Bahnen
Mit dem Ultraschall-Prüfverfahren UFPE können Teile mechanisiert und in eingebautem Zustand geprüft werden. (Quelle: GE)

Ultraschall–Unterflurprüfeinrichtung von GE revolutioniert Wartung von Schienenfahrzeugen

GE hat mit der UFPE (Ultraschall – Unterflurprüfeinrichtung) ein mobiles Prüfsystem für Räder von Hochgeschwindigkeitszügen entwickelt, das aus der Medizintechnik bekannte Verfahren wie Ultraschall einsetzt.

Hoch beanspruchte Teile wie Räder, Wellen, Drehgestelle, Kupplungen, Puffer und Zugstangen werden in regelmäßigen Abständen zur betriebsnahen Instandhaltung getestet. Angesichts hoher Geschwindigkeiten und zunehmender Fahrleistungen werden sicherheitsrelevante Prüfungen im Schienenverkehr immer wichtiger. 

„Mit unserer neu entwickelten UFPE können Prüfungen mechanisiert und in eingebautem Zustand erfolgen – aufgrund der Zeitersparnis mit enormen Kostenvorteilen. Die Prüfergebnisse werden dabei automatisch zum Hauptrechner und zur Nacharbeitsstelle transferiert. Nur bei Auffälligkeiten müssen die Räder noch ausgebaut werden“, so Paul Buschke, Account Director Sales bei GE Inspection Technologies. „Über eine Hub- und Drehvorrichtung kann die Prüfung des Radsatzes mit der UFPE direkt unterhalb des Fahrzeuges, z.B. während der regulären Instandsetzungsmaßnahmen erfolgen. Ausfälle können so besser vermieden, Ausfallzeiten verkürzt und die Fahrzeugverfügbarkeit gesteigert werden.“

Neue Technologie als Quantensprung in der Fahrzeuginstandhaltung

GE verfügt über langjährige Erfahrung mit Technologien zur zerstörungsfreien Materialprüfung und kann der Bahn mit der UFPE eine intelligente Lösung zur Materialkontrolle anbieten. Auch beim Einsatz neuer leichterer Marterialien kann die zerstörungsreife Ultraschallprüfung wichtige Prüfhilfe leisten. Durch Einsatz eines Ultraschall-Handgeräts lassen sich Schäden in Faserverbundmaterialien wie zum Beispiel Verkleidungsteilen am ICE zerstörungsfrei detektieren. Mit diesem zerstörungsfreien Prüfverfahren wird in der Fahrzeuginstandhaltung ein Quantensprung vollzogen. 

Die Bahn setzt Faserverbundstoffe zunehmend für Innen- und Außenverkleidungen ihrer Fahrzeuge ein und folgt damit einem Trend, den es schon seit längerem in der Automobil- und Flugzeugindustrie gibt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Materialen sind Beschädigungen an Faserverbundstoffen nicht einfach zu identifizieren, mit einer Ultraschallprüfung gelingt dies jedoch. So kann die Bahn nicht nur notwendige Kontrollen in der Instandhaltung durchführen, sondern zudem weitere Potenziale abschöpfen.

Auszeichnung durch die Deutsche Bahn

Das Potenzial der zerstörungsfreien Ultraschallprüfunghat bereits Anerkennung erfahren – sie geht als Sieger aus der „DB Innovation Challenge 2016“ hervor und belegt für eine Lösung über die „Volumetrische Prüfung von Faserverbundwerkstoffen mittels Ultraschall“ aus insgesamt 133 Vorschlägen den ersten Platz in der Kategorie „Großunternehmen & Mittelstand“. Im Rahmen ihres Open Innovation-Wettbewerbs hat die Deutsche Bahn AG Großunternehmen, Mittelstand, kleine Unternehmen, Start-ups und Wissenschaft dazu eingeladen, spannende und innovative Lösungen für konkrete Fragestellungen aus insgesamt sechs verschiedenen DB-Geschäftsfeldern einzureichen.

Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und sind davon überzeugt, der DB mit unserer Lösung zahlreiche Vorteile mit Blick auf Qualitätsverbesserung und Prozessoptimierung bieten zu können“, sagte Dr. York Oberdörfer, EU Portable Solutions Leader von GE Inspection Technologies – Digital Solutions. (kfg)

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