Elektrische Bahnen
Vectron-Zulassung für Finnland
Für Siemens ist es der erste Auftrag in Breitspurausführung und zugleich der bislang größte Einzelauftrag für die Vectron-Lokomotive. Alle Loks werden bis Ende 2026 ausgeliefert. (Quelle: Siemens AG)

Erste Vectron-Breitspurlokomotive erhält Zulassung in Finnland

Die Wechselstrom-Lokomotive vom Typ Vectron für die finnische Bahn VR hat von der Zulassungsbehörde Trafi die Zulassung für den Betrieb in Finnland erhalten. Die ersten acht Vectron nehmen ab sofort den kommerziellen Betrieb auf.

Der erste kommerzielle Einsatz erfolgt heute von der Stadt Tampere zum Hafen Vuosaari in Helsinki. Insgesamt liefert Siemens 80 Lokomotiven an die VR-Gruppe. Es ist der erste Auftrag in Breitspurausführung und zugleich der bislang größte Einzelauftrag für die Vectron-Lokomotive. Alle Loks werden bis Ende 2026 ausgeliefert.

Zur Überprüfung und Zulassung der umfangreichen neuen Ausrüstungspakete absolvierten seit Beginn 2016 bis zu fünf Lokomotiven Typprüfungen entsprechend den Technischen Spezifikationen für Interoperabilität (TSI). Es wurden verschiedene zusätzliche Funktionalitäten und Ausrüstungspakete zertifiziert, beispielsweise die Breitspurdrehgestelle, das spezielle Winterpaket sowie die Ausrüstung mit zwei Diesel-Power-Modulen für die Überbrückung von kurzen Strecken ohne Oberleitung.

ETCS und JKV-STM serienmäßig

Im Februar 2014 bestellte die finnische Bahn die Nordlandausführung der elektrischen Vectron-Hybrid-Lokomotiven. Die Lokomotiven haben eine Leistung von 6,4 MW und sind für eine Geschwindigkeit von 200 km/h ausgelegt. Das Fahrwerk ist für die Spurweite von 1524 mm ausgeführt. Die Fahrzeuge kommen in Finnland zum Einsatz und sind sowohl mit dem Europäischen Zugsicherungssystem ETCS als auch mit dem finnischen Zugsicherungssystem JKV-STM ausgerüstet. In Finnland werden die Lokomotiven unter der Baureihenbezeichnung Sr3 betrieben. Die Lokomotiven wurden an die nordischen Winterbedingungen und die speziellen Umgebungsbedingung in Finnland angepasst, z. B. für häufige Kollisionen mit großen Tieren, Temperaturen bis minus 40 Grad und sehr feinen Schnee. Dafür sind das Dach als Hohlkammerdach und die Frontklappe verstärkt ausgeführt. Eine weitere Besonderheit ist die Ausrüstung sowohl mit Seitenpuffern als auch automatischer Kupplung.

Verzicht auf Diesel-Rangierloks

Ein spezieller Einsatzfall in Finnland ist der Transport von Holz auf der Schiene. Diese Züge werden auf nichtelektrifizierten Streckenabschnitten in die Wälder hinein bzw. aus ihnen heraus bewegt. Ermöglicht wird dies mit zwei Diesel-Power-Modulen sowie Rangierfunkfernsteuerung an Bord. Somit kann auf den Einsatz von Diesel-Rangierlokomotiven verzichtet werden.

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