Elektrische Bahnen
ÖBB und Stadler gründen Joint Venture
Das Joint Venture der ÖBB und Stadler kommt der Instandhaltung der KISS-Flotte zugute (Quelle: ÖBB/Roland Steinberger)

ÖBB und Stadler gründen Joint Venture für KISS-Flotte

Das Joint Venture dient der Instandhaltung der KISS-Flotte der WESTbahn in Linz, die Mitte 2017 aufgestockt und nach Wien verlagert werden soll.

Stadler hält seit fünf Jahren die KISS-Flotte der WESTbahn in Linz instand und bringt damit eine hohe Expertise und Know-How in das Konsortium ein. Die WESTbahn wird ab Mitte 2017 ihre Fahrzeugflotte von bislang 7 auf 17 Stadler KISS-Garnituren aufstocken und mit der geplanten Angebotsausweitung die gesamte Instandhaltung nach Wien verlagern. ÖBB-Technische Services GmbH und Stadler vereinbaren zu diesem Zweck die Zusammenarbeit.

Expertise von ÖBB und Stadler vereint

Für die ÖBB bedeutet das Zusammengehen die Auslastungserhöhung ihres Wartungsstandorts in Wien-West und den verstärkten Einstieg in das externe Instandhaltungsgeschäft. Stadler bringt sein großes Know-how im Bereich der Instandhaltung in das Joint Venture ein und kann die langjährige Zusammenarbeit mit der WESTbahn in Kooperation mit der ÖBB-TS GmbH in Wien weiterführen.

Zusammen setzen Stadler und ÖBB im Bereich Service und Instandhaltung in Österreich einen neuen Benchmark: Das Joint Venture wird die Fahrzeuge mit einer innovativen modularen Wartung in den sogenannten „Stilllagen“ (d.h. nachts) instand halten und auf diese Weise die Fahrzeugreserve der WESTbahn auf ein Minimum reduzieren. Dazu sind umfangreiche Umbauten in der Höhe von mehreren Millionen Euro am ÖBB-TS Standort in Wien West notwendig, die die ÖBB-TS GmbH vorfinanziert.

Joint Venture-Start für Sommer 2017 geplant

Die ÖBB-TS GmbH beteiligt sich mit 60 Prozent an dem Joint Venture, Stadler mit 40 Prozent. Das Joint Venture soll unter Einbezug der heutigen Führungsmannschaft gemeinsam geführt werden. Beabsichtigt ist dabei, das Personal des Joint Ventures bis Ende 2018 auf insgesamt 40 MitarbeiterInnen aufzustocken.

Beide Verwaltungs- bzw. Aufsichtsräte haben dem Zusammenschluss im November 2016 zugestimmt. Das Signing hat am 2. März 2017 in Wien stattgefunden. Da der Zusammenschluss vorab noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden muss, ist mit dem Final Closing im Sommer 2017 zu rechnen. Bis die am Wartungsstandort der ÖBB-TS in Wien West erforderlichen Adaptierungen abgeschlossen sind, werden die Fahrzeuge der WESTbahn weiterhin in Linz instandgehalten.

Über die Joint-Venture Parteien

Die ÖBB-Technische Services GmbH ist mit 3.400 Mitarbeitern an 22 Standorten der größte Instandhalter für Schienenfahrzeuge und den dazugehörigen Komponenten in Österreich.

Stadler baut seit 75 Jahren Züge. Der Systemanbieter von Lösungen im Schienenfahrzeugbau hat seinen Hauptsitz im ostschweizerischen Bussnang.

Verwandte Themen
ABB HGÜ-Technoligie
ABB gewinnt Auftrag für Modernisierung von HGÜ-Verbindung in Skandinavien weiter
10-Punkte-Plan
10-Punkte-Plan für verbesserten Schienenverkehr in Baden-Württemberg weiter
Innovationspreis
Mobility 4.0: Computerplattform menRDC Railway Data Center erhält CNA-Innovationspreis weiter
Bahnmarkt Russland
Russischer Bahnmarkt behauptet sich in schwierigem Umfeld weiter
DB Arriva gewinnt Verkehrsvertrag in den Niederlanden im Wert von 1,6 Milliarden Euro weiter
SPL Powerlines Austria modernisiert Ossiacher-Strecke weiter