Elektrische Bahnen
Ein ICE auf der VDE 8. (Quelle: Deutsche Bahn/Frank Barteld)

Schnellfahrstrecke Berlin - München in Betrieb genommen

Mit der Fahrt zweier Sonderzüge und einem großen Festakt in Berlin wurde am 8. Dezember die modernste Eisenbahnstrecke Deutschlands zwischen Berlin und München feierlich in Betrieb genommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesminister Christian Schmidt und mehrere Länder-Regierungschefs eröffneten mit dem DB-Vorstandsvorsitzenden Richard Lutz und zahlreichen Vertretern von DB und Politik an fünf Bahnhöfen die über 500 Kilometer lange Strecke.

Mit Fertigstellung der Neubaustrecke von Erfurt nach Ebensfeld (bei Bamberg) ist die letzte Lücke der „Verkehrsprojekte Deutsche Einheit“ geschlossen. Ab Fahrplanwechsel am 10. Dezember fahren pro Tag 35 ICE-Züge über die neue Strecke. Bundesminister Christian Schmidt: „Das größte aller Verkehrsprojekte Deutsche Einheit geht in Betrieb. Wir sind am Ziel eines Marathonrennens, das 1991 gestartet wurde. Eine leistungsfähige Infrastruktur in allen Teilen Deutschlands ist eine unverzichtbare Grundlage für die Einheit unseres Landes. Hierfür ist bei der Schiene nun ein wesentlicher abschließender Schritt getan. Deshalb hat der Bund das Projekt mit rund 10 Milliarden Euro finanziert. Die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit sind eine Erfolgsgeschichte. Sie haben unser Land zusammengeführt und menschliche wie wirtschaftliche Beziehungen entstehen und vertiefen lassen.“

Eisenbahnstrecke der Superlative

Der DB-Vorstandsvorsitzende Richard Lutz würdigte die Eröffnung der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke durch den Thüringer Wald als Meilenstein: „Heute ist ein historischer Tag: Mit dieser Eisenbahnstrecke der Superlative rückt Deutschland näher zusammen. Berlin und München sind künftig in Rekordreisezeit von weniger als vier Stunden verbunden, und zwar von Innenstadt zu Innenstadt. Mit diesem Angebot werden wir mehr Menschen als je zuvor für die Bahn begeistern.“

Mit der Eröffnung der Strecke Berlin–München ist der größte Fahrplanwechsel seit Gründung der DB mit zahlreichen Angebotsverbesserungen verbunden. Ab Sonntag fährt ein Drittel aller DB-Fernzüge nach neuem Fahrplan. 45 Bahnhöfe in ganz Deutschland sind mit dem ICE über die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke durch den Thüringer Wald direkt erreichbar. 17 Millionen Menschen in Deutschland profitieren von kürzeren Reisezeiten, neuen Direktverbindungen und besseren Anschlüssen. Die DB rechnet auf dieser Verbindung mit einer Verdoppelung ihres Marktanteils auf 40 Prozent.

Erfurt als neues Bahn-Drehkreuz

Die Angebotsoffensive ist Teil des Qualitätsprogramms „Zukunft Bahn“, mit dem die DB das Reisen komfortabler und verlässlicher macht. Erfurt bietet als neues Bahn-Drehkreuz in Mitteldeutschland schnelle Verbindungen mit stündlichen Fernverkehrszügen in alle vier Himmelsrichtungen. Dabei sind die Anschlüsse zum Nahverkehr bestmöglich abgestimmt, so dass die Reisezeitvorteile der neuen Strecke auch in die Regionen getragen werden.

Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8 ist ein Projekt der Superlative: Auf Deutschlands größter Baustelle zwischen Nürnberg, Erfurt, Leipzig, Halle und Berlin wurden in knapp zehn Jahren für rund zehn Milliarden Euro rund 500 Kilometer Bahnstrecke neu- und ausgebaut. Die Länge aller 26 Tunnel beträgt 57 km. 37 Talbrücken wurden gebaut, darunter Deutschlands längste Eisenbahnbrücke (8,6 km) in der Saale-Elster-Aue bei Halle. Bereits 2006 wurde die Ausbaustrecke Berlin–Halle/Leipzig für eine Höchst-geschwindigkeit von 200 km/h eröffnet. Im Dezember 2015 kam die Neubaustrecke Halle/Leipzig–Erfurt dazu, heute die Neubaustrecke Erfurt–Ebensfeld (bei Bamberg). Auf den beiden Neubaustrecken fahren ICE-Sprinterzüge mit Tempo 300. Zudem wurden die Eisenbahnknoten Halle, Leipzig und Erfurt umfangreich ausgebaut.

Heute fanden entlang der Strecke Eröffnungsfeierlichkeiten in Nürnberg, Erfurt, Leipzig, Lutherstadt Wittenberg und in Berlin statt. Daran nahmen u.a. teil der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt, die Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Thüringen), Stanislaw Tillich (Sachsen), Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt), der Staatsminister des Inneren Joachim Herrmann (Bayern) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller.

Zahlen und Fakten

  • Weniger als 4 Stunden dauert die Fahrt im ICE Sprinter (dreimal täglich in beide Richtungen) von Berlin nach München, im stündlich fahrenden ICE sind es viereinhalb Stunden. Bislang waren Reisende rund 6 Stunden unterwegs.
  • 623 Kilometer legt der ICE von Berlin über Halle nach München zurück, über Leipzig sind es 652 km.
  • Mit 300 km/h Höchstgeschwindigkeit fährt der ICE zwischen Erfurt und Nürnberg durch den Thüringer Wald.
  • 35 ICE-Züge pro Tag fahren auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke durch den Thüringer Wald.
  • Bis zu 10.000 zusätzliche Sitzplätze werden täglich zwischen Berlin und München angeboten. Vor allem durch längere Züge.
  • 40 Prozent Marktanteil will die Bahn auf der Strecke Berlin–München erreichen. Doppelt so viel wie heute und mehr als das Flugzeug.
  • 80 ICE-Züge pro Tag halten in Erfurt.
  • Mehr als ein Drittel aller DB-Fernverkehrszüge fahren ab 10. Dezember 2017 auf neuen Strecken, mit moderneren Fahrzeugen oder zu anderen Zeiten. Das ist der größte Fahrplanwechsel in der DB-Geschichte.
  • Von 45 Bahnhöfen in ganz Deutschland fährt ein direkter ICE mindestens einmal pro Woche über die neue Hochgeschwindig-keitsstrecke, beispielsweise ab Stralsund oder Garmisch-Partenkirchen.
  • 17 Millionen Menschen profitieren entlang der Schnellfahrstrecke von kürzeren Reisezeiten und neuen Direktverbindungen.
  • 4 Millionen Tonnen Beton und 156.000 Betonplatten Feste Fahrbahn hat die DB verbaut.
  • 13,6 Millionen Kubikmeter Ausbruch sind bei den Tunnelarbeiten entstanden.
  • 400.000 archäologische Fundstücke wurden entdeckt. Die wertvollsten sind im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zu sehen.
  • 4.000 Hektar Ausgleichsfläche hat die DB für Umweltmaßnahmen geschaffen.
  • 200.000 Interessierte besuchten während der Bauzeit die Informationsstätten.
  • Um 170 Meter wurde der Main auf einer Länge von einem Kilometer nach Westen verlegt. Zur Gestaltung der neuen Flusslandschaft wurden etwa 150.000 Kubikmeter Boden ausgehoben.
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