Elektrische Bahnen
Büttner neu bei S-Bahn München
Bernhard Weisser (li.) übergibt an Heiko Büttner (re). Als neuer Chef der S-Bahn München will Büttner "mehr vom Fahrgast her denken". (Quelle: S-Bahn München)

Heiko Büttner ist neuer Chef bei der S-Bahn München

Seit 10.2.2017 ist Heiko Büttner Chef bei der S-Bahn München. Er übernimmt den Posten von Bernhard Weisser. Als große Herausforderungen sieht Büttner vor allem die Zuverlässigkeit des S-Bahn-Systems. Auch bei der Organisation von Instandhaltungsarbeiten will das Unternehmen zukünftig neue Wege gehen.

Heiko Büttner, der neue Vorsitzende der S-Bahn, kennt die Aufgaben und den Leistungsumfang genauso wie die Probleme, die der Betrieb in München mit sich bringt. Mit 1100 Zugfahrten am Tag stellt das Münchner S-Bahn-System eines der am engsten verzahnten Nahverkehrsnetze Europas dar.  Bereits von 2008 bis 2011 war er verantwortlich für die Bereiche Finanzen, Personal und Marketing in der S-Bahn-Leitung. Der Jurist kam 1996 zur Deutschen Bahn und war zuletzt Geschäftsführer Personal bei der DB Vertrieb GmbH in Frankfurt.

Neue Positionierung der S-Bahnen im Regionalverkehr

Mit dem Führungswechsel einher geht eine neue Positionierung der S-Bahnen im Regionalverkehr der Bahn. Die S-Bahn München ist wie einige andere große S-Bahnen nun auch direkt der Regio-Zentrale in Frankfurt zugeordnet. „Wir messen den S-Bahn-Verkehren eine noch größere Bedeutung bei. Das gilt für die Qualität unserer Leistung genauso wie für die Zufriedenheit unserer Fahrgäste“, so Büttner heute beim feierlichen Stabwechsel in München.

Schwachstelle Zuverlässigkeit

Als große Herausforderungen sieht der neue S-Bahn-Chef vor allem die Zuverlässigkeit des S-Bahn-Systems. „Ich möchte die positive Tendenz der letzten Jahre nutzen und versuchen die Zahl von Zugausfällen zu reduzieren. Das wird nicht einfach. Faktoren wie Polizei- und Notarzteinsatz sowie ein sehr dichter Verkehr auf fast allen Strecken engen unsere Spielräume ein.“

Büttner verweist auf die Rahmenbedingungen mit vielen eingleisige Strecken und sehr viel Mischverkehr auf den sogenannten Außenästen und der Bündelung von sieben Linien auf der Stammstrecke mit stündlich bis zu 30 Zügen je Richtung. Viele Erwartungen liegen auf dem Bau der zweiten Stammstrecke. „Aber auch in der Zeit bis dahin werden wir nicht innehalten sondern in Verbund mit unserem Besteller, der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, nach gezielten Verbesserungen für die täglich bis zu 840 000 Fahrgäste streben und im Rahmen unseren Konzernprogramm „Zukunft Bahn“ die Münchner S-Bahn voranbringen. Dabei werden wir unsere Kunden noch mehr und direkter einbinden als in der Vergangenheit “

Ab sofort: Bündelung von Instandhaltungsarbeiten an zwei Wochenenden

Routinemäßig notwendige Instandhaltungs- und Inspektionsarbeiten, für die Gleise gesperrt werden müssen, sollen deutlich stärker gebündelt werden. Ab Mai 2017 werden vorerst bis zum Jahr 2022 jährlich je zwei feste Instandhaltungs-Wochenenden geplant, in denen die Stammstrecke komplett gesperrt wird.

Zukünftig werden jeweils an einem Wochenende im Mai und einem Wochenende im Oktober zwischen Pasing und Ostbahnhof beide Gleise durchgehend von Freitagabend 23 Uhr bis Montagmorgen 5 Uhr gesperrt. Die S-Bahn München bietet einen Schienenersatzverkehr mit Bussen an bzw. verstärkt einzelne Verkehrsmittel der MVG. Regional- und Fernverkehr sind in der Regel nicht beeinträchtigt.

Folgende Wochenenden sind für die Sperrungen vorgesehen:

  • 12. - 15. Mai 2017 und 20. – 23. Oktober 2017
  • 11. – 14. Mai 2018 und 19. – 22. Oktober 2018
  • 10. – 13. Mai 2019 und 18. – 21. Oktober 2019
  • 15. – 18. Mai 2020 und 23. – 26. Oktober 2020
  • 7. – 10. Mai 2021 und 22. – 25. Oktober 2021
  • 13. – 16. Mai 2022 und 21. – 24. Oktober 2022

Die genannten Wochenenden nutzt die DB Netz AG unter anderem, um Schienen zu schleifen, das Schotterbett nachzustopfen oder Oberleitungen zu erneuern. Auch in die Jahre gekommene Bauteile an Weichen, Beleuchtung, Telekommunikations- oder Elektrotechnik werden ausgetauscht. Die Tunnelwände werden inspiziert und ggfs. saniert. Ferner finden die Regelinspektionen von Brandschutzeinrichtungen oder dem Wehrkammertor unter der Isar statt.

Schienen schleifen und Weichen tauschen

Die DB Station&Service führt an den Wochenenden Instandhaltungsarbeiten an Bahnsteigen und Stationsdecken durch, reinigt die Gleise und erneuert Aufzüge und Fahrtreppen. Für eine verbesserte Sicherheit werden neue Bahnsteigabschlusstüren eingebaut und zusätzliche Sicherheitsstreifen aufgebracht. Auch die Stadt München kann die Gleissperrungen nutzen, um z.B. Arbeiten an den Straßenbrücken über den Gleisen durchzuführen. (kfg)

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