Elektrische Bahnen
Fahrten für Touristen finden auf der Ilztalbahn bereits seit längerem wieder statt. Nun soll auch der Güterverkehr wieder fließen. (Quelle: Ilztalbahn GmbH, Waldkirchen)

Nach 20 Jahren wieder Holztransporte auf der Ilztalbahn

Erstmals seit über 20 Jahren verkehrt wieder ein Holzzug auf der Strecke der Ilztalbahn. Die 1200 PS starke Lok der Baureihe V100 erreichte mit zehn voll beladenen Wagen den Passauer Güterbahnhof.

Das bei einem schweren Sturm im August angefallene Holz aus dem Bayerischen Wald wird am Bahnhof Waldkirchen gesammelt und dort auf Schiene verladen. Durchgeführt wurde der erste Transport auf der Infrastruktur der Ilztalbahn GmbH durch ein bayerisches Unternehmen. Ab Passau wird der Zug durch eine moderne Drehstromlok eines Salzburger Unternehmens übernommen und zu Bauholzverarbeitenden Werken in Deutschland und den europäischen Nachbarländern transportiert.

Entlastung der Straßen durch Ilztalbahn

Nach derzeitigen Prognosen könnten bis zu 100000 Festmeter Langholz im Laufe der nächsten Monate auf der Schiene transportiert werden und so das Straßennetz entlasten. Die dafür benötigten LKWs würden aneinandergereiht eine Kolonne von Passau bis Freyung und zurück bilden. Der Güterverkehr auf der Schiene bietet dabei durch den im Vergleich zur Straße um 90 % geringeren Rollwiderstand zwischen Stahlrad und Stahlschiene und die elektrische Traktion im Hauptlauf einen deutlichen Umwelt- und Kostenvorteil zum LKW.

Aufnahme des regelmäßigen Güterverkehrs

Mit Start des Güterverkehrs werden die Bemühungen des Fördervereins Ilztalbahn e.V. zur Reaktivierung und zur dauerhaften Sicherung der 2002 bereits temporär stillgelegten Bahnstrecke belohnt. Erst im Frühjahr 2017 musste die Sanierung eines schweren Hangrutsches komplett mit privatem Kapital finanziert werden. Die Vorhaltung dieser wertvollen öffentlichen Infrastruktur erfolgt bisher ohne finanzielle Beteiligung des Freistaats Bayern alleine auf ehrenamtlicher Basis durch Bürger aus der Region. Mit den Holzverkehren ist die zweite Stufe des Geschäftsmodells der Ilztalbahn GmbH – die Aufnahme des regelmäßigen Güterverkehrs – erreicht.

Tourismus und SPNV als zweites Standbein der Ilztalbahn

Stufe 1 – der touristische Ausflugsverkehr an allen Wochenenden im Sommerhalbjahr – wird bereits seit 2011 erfolgreich durchgeführt. Hier verkehren moderne Dieseltriebwagen nach einem dichten Fahrplan auf der fast 50 km langen Bahnstrecke zwischen Passau, Waldkirchen und Freyung. Anschlussbusse stellen die Verbindung zum Nationalpark Bayerischer Wald und zum Tschechischen Bahnnetz her. In jeder ITB-Saison werden zehntausende Fahrgäste befördert.

Stufe 3 sieht die Wiederaufnahme des täglichen Schienenpersonennahverkehrs auf der Ilztalbahn vor. Hier ist v.a. die lokale Politik gefordert, ein deutliches Signal für Bahnverkehre und zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes, des Tourismus und der Attraktivität einer ganzen Region zu setzen.

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