Elektrische Bahnen
Damit bei DB Cargo AG inhaltliche Themen wieder in den Vordergrund rücken können, zieht Dr. Jürgen Wilder die Kandidatur für den DB-Vorstandsposten „Güterverkehr und Logistik zurück. (Quelle: DB Cargo)

Wilder zieht sich nach Kritik aus DB Cargo

Dr. Jürgen Wilder, Vorstandsvorsitzender der DB Cargo AG, steht nicht mehr für den DB-Vorstandsposten „Güterverkehr und Logistik“ zur Verfügung. Zudem wird er seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der DB Cargo AG beenden.

„Angesichts der aktuellen Diskussionen habe ich mich entschlossen, meine Kandidatur nicht weiter aufrecht zu erhalten. Mit meiner Entscheidung möchte ich dazu beitragen, dass bei der DB Cargo AG inhaltliche Themen wieder in den Vordergrund rücken und nicht mehr durch Personalfragen überlagert werden“, erklärte der 47jährige Physiker am Dienstag in Berlin. Er kam im Dezember 2015 von der Siemens AG zur Deutschen Bahn AG.

Versachlichung der Debatte

Der für Cargo zuständige Konzernvorstand Berthold Huber teilte zudem mit, dass sich Dr. Wilder und die DB „im besten Einvernehmen“ darauf verständigt haben, dass er Ende Oktober 2017 seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der DB Cargo AG beenden wird. Huber weiter: „Auch wenn ich die jüngste Entwicklung sehr bedauere, so trägt diese Entscheidung hoffentlich zu einer Versachlichung der Debatte bei. Wir danken Herrn Dr. Wilder ausdrücklich für sein ungewöhnlich großes Engagement, den Schienengüterverkehr wieder nach vorne zu bringen. Dass erste Erfolge sichtbar werden, ist auch sein Verdienst.“

Dr. Jürgen Wilder, 45, ist seit dem 1. Dezember 2015 Vorstandsvorsitzender der europäischen Güterbahn DB Cargo AG. Wilder kommt von der Siemens AG, wo er zuletzt als CEO der weltweit tätigen Geschäftseinheit für Hochgeschwindigkeits-, Intercity und Regionalzüge sowie Lokomotiven tätig war. In dieser Funktion verantwortete Wilder auch den Bau des neuen ICx, der ab Ende 2017 in Deutschland fahren soll. Zuvor war er in verschiedenen Positionen im In- und Ausland für den Siemens-Konzern tätig, unter anderem in Sacramento, USA, wo er erfolgreich den Eintritt von Siemens in den nordamerikanischen Lokomotivenmarkt realisierte. Jürgen Wilder stammt aus der Nähe von Münster. Nach dem Studium der Physik in Göttingen promovierte er am Max-Planck-Institut in Mainz und arbeitete anschließend an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts.

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