Elektrische Bahnen
Nach den zahlreichen Verspätungen auf der ICE-Schnellfahrstrecke steht die Deutsche Bahn nun unter Rechtfertigungs-Zwang. (Quelle: Deutsche Bahn/Frank Bartel)

Probleme auf Schnellfahrstrecke München - Berlin: DB wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Deutsche Bahn (DB) weist Medienberichte zurück, wonach die neue ETCS-Technik (European Train Control System) an Bord der ICE-Flotte nicht genügend getestet worden sei.

Auf der neuen Hochgeschwin­digkeitsstrecke Berlin-München (VDE 8) fanden insgesamt über 1.000 Test­fahrten statt, davon mehrere Hundert mit ICE-Zügen.

Alle zehn ICE 3-Fahrzeuge der täglichen Sprinter-Flotte, die mit Spitzengeschwin­digkeiten von 300 km/h unterwegs sind, absolvierten Testfahrten auf der Neubaustrecke. Bei den rund 30 ICE 1-Zügen mit neuer ETCS-Ausrüstung kam laut DB das sogenannte Referenztestverfahren zur Anwendung. Dabei müssen nicht alle baugleichen Fahrzeuge tatsächlich auf der Strecke getestet werden, viel­mehr werden die Ergebnisse der Streckentests auch auf die weiteren Fahr­zeuge übertragen. Dies ist ein gängiges Industrieverfahren, das nicht nur bei der Eisenbahn so praktiziert wird, sondern auch im Automobil- und Flugzeugsektor, verteidigt sich das Unternehmen. Das Verfahren sei auch mit dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) genauso abgesprochen.

Verfahren auch mit EBA abgesprochen

Grund für die Wahl dieses Verfahrens beim ICE 1 aus DB-Sicht: Es konnten nicht alle ICE 1 zu Testfahrten auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke Berlin-München aus dem laufenden Betrieb genommen werden, da es sonst zahlreiche Ausfälle im Regelverkehr gegeben hätte.

Auch bei den auf der neuen Strecke eingesetzten Lokführern legt die DB nach eigenen Angaben größten Wert auf eine solide Ausbildung: Nur Lokführer, die sowohl in ETCS und auf den Fahrzeugen geschult wurden, sind im Einsatz. Jeder Lokführer wurde dafür fünf Tage ausgebildet: zwei Tage theoretisch, zwei Tage am Fahr­simulator und einen Tag auf der Strecke. Zum Start auf der neuen Strecke sind die Lokführer zusätzlich in Doppelbesetzung auf den Führerständen.

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