Elektrische Bahnen
Redesigh ICE 3
Ein entkernter ICE 3: Die Modernisierung der Hochgeschwindigkeitszüge nimmt Fahrt auf und soll bis 2020 abgeschlossen sein. (Quelle: Deutsche Bahn AG)

Frischekur für den ICE 3: Modernisierung im Werk Nürnberg beginnt

Die Deutsche Bahn (DB) schickt ihre ICE-3-Hochgeschwindigkeitszüge zur Frischekur und sorgt so für deutlich mehr Kundenkomfort und eine höhere Zuverlässigkeit der Fahrzeuge.

Die 66 Züge bekommen nach 15 Jahren im Einsatz ein Redesign im Werk Nürnberg der DB Fahrzeuginstandhaltung und werden fit gemacht für die Zukunft. Zudem werden alle Züge mit dem Europäischen Zugkontrollsystem (ETCS) ausgerüstet und sind damit flexibler auf den Strecken im Hochgeschwindigkeitsnetz einsetzbar.

Neun Wochen in der Frischekur

Drei Züge haben das Redesign bereits durchlaufen. Die Modernisierung der verbleibenden Hochgeschwindigkeitszüge nimmt Fahrt auf und soll bis 2020 abgeschlossen sein. Im Werk Nürnberg werden parallel jeweils drei Züge auf Vordermann gebracht, pro Zug dauert das insgesamt neun Wochen. In die Verjüngung der gesamten ICE-3-Flotte investiert die DB rund 210 Millionen Euro.

"Die ICE-3-Modernisierung ist ein weiterer Meilenstein unseres Programms Zukunft Bahn. Mit neuer Innenausstattung und modernster Technik an Bord ist der Zug dann gut gerüstet, ab Dezember auf der neuen Schnellfahrstrecke VDE 8 zwischen Berlin und München beide Metropolen in weniger als vier Stunden miteinander zu verbinden", so Berthold Huber, Vorstand Personenverkehr, bei dem heutigen Blick auf den Arbeitsstand im Werk Nürnberg.

Mehr Platz und Echtzeitinfos

"Mit 150 Mitarbeitern arbeiten wir daran, die Züge für die heutigen Anforderungen rundum zu erneuern. Für das Werk Nürnberg ist es ein wesentlicher Auftrag, der den Standort auf Jahre auslastet", so Uwe Kessler, Leiter des Werks Nürnberg der DB Fahrzeuginstandhaltung. Kunden profitieren von zusätzlichem Platz für Gepäck, für Kinderwagen und Rollstühle, modernen Sitzen sowie Echtzeitinformationen während der Reise. Außerdem haben die jüngsten Reisenden im großzügig gestalteten Kleinkindabteil mehr Möglichkeiten, sich auszutoben. Das Redesign ist Bestandteil des 2016 gestarteten Qualitätsprogramms "Zukunft Bahn", das Angebote und Services der Bahn für die Kunden verlässlicher, komfortabler und sympathischer machen soll.

7 Neuheiten, die die Reise komfortabler und einfacher machen

1. Mehr Platz

Für Gepäck, Kinderwagen und Rollstühle gibt es mehr Platz. Die neuen Gepäckregale sind im Großraumbereich der Wagen untergebracht - damit haben Fahrgäste ihre Koffer und Taschen jetzt besser im Blick.

2. Komfortabler sitzen

Die bisherigen Sitze werden komplett gegen modernere ausgetauscht. Der Clou: Beim Verstellen in die Ruheposition wird die Rückenlehne nicht mehr nach hinten gestellt, sondern innerhalb der Sitzschale nach vorn gezogen - damit wird der hintere Sitznachbar nicht mehr beeinträchtigt. Neu sind auch der integrierte Haltegriff und die Reservierungsanzeige am Durchgang. Mit der Modernisierung werden auch zusätzliche Sitzplätze geschaffen - insgesamt 1.280 Stück.

3. Bessere Orientierung

Die unterschiedlichen Bereiche des Zuges sind jetzt innen und außen deutlich besser gekennzeichnet. Neue Banderolen und Piktogramme machen die Orientierung deutlich einfacher.

4. Mehr Informationen

Informationen zum Reiseverlauf und zu Anschlusszügen finden Reisende auf neuen, größeren Monitoren und vor allem: in Echtzeit. Damit gehört die Frage "Erreiche ich meinen Anschlusszug noch?" der Vergangenheit an. Die Reservierungsanzeigen und Sitzplatznummern sind jetzt an den Kopfstützen der Sitze und damit besser zu erkennen als vor dem Redesign, als sie noch an der Gepäckablage waren.

5. Schöner speisen

Die Bordgastronomie im ICE 3 war mit wenigen Sitzgelegenheiten bislang eher bescheiden. Mit dem Redesign erhalten die Züge ein neues, elegantes Bordrestaurant mit 20 Sitzplätzen.

6. Mehr Spaß für Familien

Das Kleinkindabteil ist neu und bunt gestaltet - hier können die jüngsten Reisenden auf noch mehr Platz richtig toben.

7. Einfacher reisen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen

Rollstuhlfahrern stehen jetzt pro Zug zwei Plätze mit höhenverstellbaren Tischen zur Verfügung - vor dem Redesign gab es nur einen Platz. Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen finden sich mit dem neuen taktilen Wegeleitsystem besser im Zug zurecht. (kfg)

Die Modernisierungen der Baureihe 403 und 406 in Zahlen. (Quelle: Deutsche Bahn AG)
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