Elektrische Bahnen
Knorr Bremse; Klaus Deller, Vorstandsvorsitzender
„Trotz eines insgesamt schwierigeren Marktumfelds und eines umsatzseitig schwächeren Jahrs als 2015 konnten wir 2016 diverse Großprojekte gewinnen und haben umfangreich in organisches Wachstum und strategische Zukäufe investiert", resümiert Klaus Deller, Vorstandsvorsitzender der Knorr-Bremse AG und verantwortlich für die Division Schienenfahrzeuge.

Knorr Bremse wächst durch Zukäufe weiter

Knorr-Bremse hat im Geschäftsjahr 2016 sieben Akquisitionen eingeleitet und zum größten Teil bereits abgeschlossen, um sein Systemangebot weiter auszubauen. Das hinzugewonnene Umsatzvolumen wird nach den Closings bei rund 1 Mrd. Euro jährlich liegen.

Im Rail-Bereich erweitert die Übernahme des Reibmaterialherstellers TMD Friction und der restlichen Anteile am Joint Venture ICER Rail das Produktangebot von Knorr-Bremse. Mit dem Ende Dezember 2016 angekündigten Erwerb des Geschäftsfelds Electrical Systems (Vossloh Kiepe) von der Vossloh AG ergänzt Knorr-Bremse das Portfolio um moderne Antriebstechnologien insbesondere für Untergrund-, Straßen- und Regionalbahnen sowie im Bereich Nutzfahrzeuge für Elektrobusse.

Zukäufe im Rail- und Truck-Bereich

Im Truck-Bereich eröffnen die Akquisitionen der britischen GT Group und des Getriebekomponentengeschäfts für On-Highway-Nutzfahrzeuge TRS von Bosch in Japan zusätzliche Wachstumschancen. Mit dem Erwerb von tedrive hat Knorr-Bremse den Einstieg in das Geschäftsfeld Lenkung vollzogen und zugleich eine wesentliche Voraussetzung geschaffen, Kunden ein integriertes System zur Längs- und Querführung für das automatisierte Fahren aus einer Hand anbieten zu können.

Anfang September 2016 hat Knorr-Bremse ein Übernahmeangebot für den börsennotierten Automobilzulieferer Haldex aus Schweden abgegeben. Ziel ist es, gemeinsam mit Haldex das Produktportfolio insbesondere im Segment der Brems- und Luftfederungssysteme für Trailer zu erweitern und die Entwicklung von Systemlösungen für automatisiert bzw. autonom fahrende Truck-Trailer-Kombinationen aktiv voranzutreiben. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden in den USA und der EU, und Knorr-Bremse hat in diesem Prozess bereits erste wichtige Meilensteine erreicht. Knorr-Bremse treibt den Kartellfreigabeprozess mit Nachdruck und vollem Engagement voran und befindet sich in konstruktiven Gesprächen mit den zuständigen Aufsichtsbehörden und Haldex.

5,49 Mrd. Euro Umsatz bei Knorr-Bremse

Der Knorr-Bremse Konzern erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz in Höhe von 5,49 Mrd. Euro (Vorjahr 5,83 Mrd. Euro); darin sind circa 40 Mio. Euro aus der erstmaligen Anwendung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) enthalten, wonach bestimmte vormals sonstige betriebliche Erträge als Umsatzerlöse auszuweisen sind.

Der Bereich Schienenfahrzeuge erreichte einen Umsatz von rund 3 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,34 Mrd. Euro). Die Umsatzerlöse spiegeln die deutlich geringere Marktnachfrage nach Hochgeschwindigkeitszügen in China sowie einen zyklischen Marktrückgang im nordamerikanischen Güterwagen- und Lokomotivengeschäft wider. Mit dem weiteren Ausbau des Nahverkehrs- bzw. RailServices-Geschäfts in den betroffenen Märkten konnte Knorr-Bremse den Umsatzrückgang teilweise kompensieren.

Technologischer Wandel als treibende Kraft

„Wir blicken auf ein überaus aktives Jahr 2016 zurück, in dem wir unser Schienen- und Nutzfahrzeuggeschäft beschleunigt weiterentwickelt haben. Trotz eines insgesamt schwierigeren Marktumfelds und eines umsatzseitig schwächeren Jahrs als 2015 konnten wir 2016 diverse Großprojekte gewinnen und haben umfangreich in organisches Wachstum und strategische Zukäufe investiert. Damit haben wir die Basis gelegt, um unser Produktportfolio weiter zu diversifizieren und den rasanten technologischen Wandel als treibende Kraft mitzugestalten. Mit der Inbetriebnahme des neuen Entwicklungszentrums am Standort München sowie den Akquisitionen zur systematischen Erweiterung unseres Angebots sehen wir uns sehr gut gerüstet, um unsere Marktposition weiter zu stärken und nachhaltig zu wachsen“, erklärt Klaus Deller, Vorsitzender des Vorstands der Knorr-Bremse AG und verantwortlich für die Division Schienenfahrzeuge.

Automatisierung, Elektrifizierung und Digitalisierug prägen Industrie

Mit Blick auf das gerade begonnene Geschäftsjahr ergänzt Klaus Deller: „Automatisierung, Elektrifizierung und Digitalisierung werden auch 2017 unsere Industrie prägen. Vernetzungsfähigkeit, Systemintegration und der Blick über das traditionelle Geschäft hinaus sind daher die entscheidenden Erfolgsfaktoren. In einem volatilen Marktumfeld bleiben ein striktes Kostenmanagement und eine effiziente Aufstellung ebenso wichtig. Mit unserem schon heute breiten Produktportfolio, unseren zukunftsweisenden Zukäufen und einer hervorragenden Marktabdeckung sowie unseren engagierten Mitarbeitern sehen wir uns gut aufgestellt, um mit herausragendem Kundennutzen nachhaltig profitabel zu wachsen. Wir blicken optimistisch auf das Geschäftsjahr 2017.“ (kfg)

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