Elektrische Bahnen
An einem Zweiwegebagger A 900 C ZW wurde für Versuchszwecke mittig auf dem Heckgewicht eine Sensorik befestigt. (Quelle: Leonhard Weiss)

Auszeichnung "Qualitätspreis Gleisbau" für Leonhard Weiss

Der Vorschlag „Automatische Überwachung und Regelung der Hubhöhe am Zweiwegebagger bei Arbeiten unter der Oberleitung“ der Firma Leonhard Weiss wurde von der Jury der Überwachungsgemeinschaft Gleisbau e.V. (ÜGG) in Köln als sehr interessant, wirtschaftlich reizvoll und innovativ bewertet und mit dem "Qualitätspreis Gleisbau" ausgezeichnet.

Mit dem Qualitätspreis werden jährlich Projekte ausgezeichnet, die sich hinsichtlich ihrer Qualität und Bedeutung von vergleichbaren Leistungen deutlich abheben und z.B. die Arbeits-prozesse im Gleisbau zukunftsfähig verbessern.

Die Idee

Ein Großteil des Streckennetzes der Deutschen Bahn AG ist mit Oberleitungen versehen. Bei Oberbauarbeiten auf elektrisch betriebenen Strecken mit Oberleitung sind demzufolge zahlreiche Sicherheitsbestimmungen zu beachten. Wegen der hohen Bedeutung für die Sicherheit von Personen und Anlagen bei Arbeiten unter, über oder neben der Oberleitung sind alle in diesem Zusammenhang relevanten Festlegungen für Führer und Bediener von Baumaschinen von wichtiger Bedeutung. Schon bei der Planung des Arbeitsablaufes von Baumaßnahmen unter der Oberleitung muss eingehend geprüft werden, ob diese aus betrieblichen Gründen oder wegen der Energieversorgung unter Spannung stehen muss. Um kritische und gefährliche Situationen bei Arbeiten unter diesen Leitungen zu vermeiden, hatte das Projekt von Leonhard Weiss das Ziel, ein System zu entwickeln, welches die aktuelle Fahrdrahthöhe berührungslos ermittelt und in Abhängigkeit des angebauten Arbeitswerkzeuges die maximal zulässige Hubhöhe unter der Oberleitung begrenzt und kontinuierlich anpasst, um den geforderten Schutzabstand permanent einzuhalten.

Die Lösung

Die Entwickler von Leonhard Weiss haben unter praxisnahen Bedingungeneinen Versuchs- und Gerätetest mit einem Zweiwegebagger unter einer Oberleitung im Bereich des Bahnhofes Crailsheim durchgeführt. An dem Test waren die Firmen Dr.-Ing. Dirk Wehrhahn (Sensorik zur Erfassung der Fahrdrahthöhe) und der Gerätehersteller Liebherr–Hydraulikbagger GmbH beteiligt. An einem Zweiwegebagger A 900 C ZW wurde für Versuchszwecke mittig auf dem Heck-gewicht eine Sensorik befestigt. Befindet sich der Zweiwegebagger unter einer Oberleitung, so wird über diese speziell entwickelte Ultraschallsensorik die Oberleitung erfasst. Die Position (Höhe) der Sensorik wird bezogen auf die Schienenoberkante kalibriert, wobei dieser Wert in der Praxis nahezu konstant bleibt. Die verbleibende Resthöhe (Abstand zur Oberleitung) wird in die Baggerelektronik übermittelt. Bezogen auf die Auslegerkonfiguration und dem angebauten Arbeitswerkzeug wird die Einstellhöhe der Hubhöhenbegrenzung von der Baggerelektronik kontinuierlich und automatisch ermittelt und ständig angepasst.

Das Ergebnis

Mit dieser Innovation hat Leonhard Weiss einen Beitrag zur wesentlichen Erhöhung der Sicherheit des Zweiwegebaggerfahrers sowie der zugehörigen Mitarbeiter geschaffen. Das funktionelle Konzept überzeugt zudem auch durch viele wirtschaftliche Punkte. So können zahlreiche Arbeiten durch die optimale Ausnutzung der größtmöglichen Arbeitshöhe wirtschaftlicher und schneller ausgeführt werden. Dies hat im Umkehrschluss den Vorteil, dass durch die verkürzten Arbeitszeiten weniger Kraftstoff verbraucht und weniger Abgase emittiert werden. (kfg)

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