Elektrische Bahnen
Ab 2020 Vergangenheit: Zwei Dieselloks der Baureihe 218 haben Lindau Hbf verlassen und erklimmen mit dem EC 195 Steigungsstrecke bei Bodolz (Foto: DB/Uwe Miethe).

Elektrifizierung München – Lindau ab 2018

Aktuell liegt für zehn von 21 Abschnitten der 197 km langen Eisenbahnstrecke München – Memmingen – Lindau Baurecht vor. Nach jahrzehnter langer Planung sollen die Bauarbeiten Ende März 2018 beginnen und im Dezember 2020 abgeschlossen sein.

Geplant sind für 440 Mio. EUR die durchgehende Elektrifizierung Geltendorf – Lindau, ein Ausbau für den Neigetechnikbetrieb und konventionelle Geschwindigkeitserhöhungen. In Brücken-, Gleis-, und Weichenerneuerungen, Modernisierung der Leit- und Sicherungstechnik sowie der Neugestaltung des Bahnknoten Lindaus werden 300 Mio. EUR investiert.

3 500 Oberleitungsmasten im Abstand von 45 m bis 70 m werden für 281 km Kettenwerk errichtet. Zur Bahnenergieversorgung wird das Unterwerk Geltendorf erweitert und ein Umrichterwerk in Leutkirch neu gebaut. Durch den Einsatz der Autotransformertechnik (ATS) kann auf neue Unterwerke und Bahnstromfernleitungen verzichtet werden. Die Feederleitung wird an Traversen der Oberleitungsmasten geführt. ATS-Stationen in Geltendorf, Buchloe, Memmingen, Leutkirch und Hergatz erlauben die Spannungshaltung auf den langen Streckenabschnitten.

Totalsperrungen auf fünf Abschnitten

Totalperrungen von fünf Streckenabschnitten über mehrere Wochen werden 2018 erhebliche Einschränkungen für Bahnreisende bringen. Der Abschnitt Buchloe – Leutkirch wird von März bis September ohne Zugverkehr sein.

Das Projektteam sowie Vertreter von DB Regio Bayern und DB Fernverkehr sind in der Region unterwegs und informieren die Städte und Gemeinden entlang der Strecke über den geplanten Bauablauf und die Auswirkungen für den Zugverkehr. In Regionalen Dialogforen tauscht sich das Projekt regelmäßig mit Landräten, Bürgermeistern, regionalen Abgeordneten des Bundes- und des Landtages sowie Vertretern der IHK, Verbände und Bürgerinitiativen über das Großprojekt und die Interessen der Region aus.

Ab 2020 sollen Triebzüge der Baureihe ETR 610 mit aktiver Neigetechnik im 2-Stunden-Takt eingesetzt werden. Die Fahrzeit München – Zürich reduziert sich von 4:20 h auf 3:30 h.

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