Elektrische Bahnen
Das steigende Marktvolumen nimmt jedoch nicht den Druck von der Bahnindustrie, kostengünstige und innovative Lösungen am Markt zu platzieren. (Quelle: SCI Verkehr GmbH)

Bahnwirtschaft in Deutschland wächst mit 3,4% stärker als der globale Trend

Deutschland hat traditionell einen der am weitesten liberalisierten Bahnmärkte in Europa. Die Verkehrsleistungen erwirtschaften etwa 22,7 Mrd. Euro Umsatz, das aktuelle Marktvolumen für Produkte und Dienstleistungen erreicht knapp 12,5 Mrd. Euro und wird in den nächsten fünf Jahren durchschnittlich um 3,4 % pro Jahr ansteigen, so eine Berechnung der SCI Verkehr GmbH.

Hoher Innovationsdruck und eine stärkere finanzielle Planungssicherheit ermöglichen dieses Wachstum in den folgenden Jahren. Zusammen erwirtschaften Verkehrsleistung, Industrie- und Dienstleistungsmärkte einen Umsatz von über 35 Mrd. Euro. Dieses hohe Marktvolumen nimmt jedoch nicht den Druck von der Bahnindustrie, kostengünstige und innovative Lösungen am Markt zu platzieren. Kunden und Behörden erwarten zunehmend moderne Produkte und heben ihre Anforderungen an umweltfreundliche, energieverbrauchs- und lärmarme Produkte. Eine zunehmende Bedeutung kommt dabei der durchgängigen Digitalisierung des gesamten Bahnsektors zu. Dies sind die zentralen Ergebnisse der neuen Marktstudie „Der deutsche Bahnmarkt – Fakten, Akteure, Zahlen, Trends“ der SCI Verkehr GmbH.

Prozesse auf dem Prüfstand

Mit der zunehmenden Digitalisierung verändert sich die Bahnbranche drastisch. Etablierte Prozesse kommen auf den Prüfstand: Digitale Produkte und Dienstleistungen gewinnen anteilig an Bedeutung, insbesondere auch in den klassischen Bahnproduktmärkten wie Infrastruktur, Systemtechnik und Fahrzeuge. Schon heute beläuft sich in Deutschland das Gesamtmarktvolumen für digitale Produkte und Dienstleistungen auf einen Wert von etwa 1,23 Mrd. Euro. Tendenz steigend.

„Die Branche steht zunehmend vor der Herausforderung die Vielzahl an derzeit verfügbaren Handlungsansätze sowie teils hohen Investitionen in digitale Technologien zu einer übergreifenden digitalen Strategie zu verknüpfen, um den Nutzen der Digitalisierung in den einzelnen Wertschöpfungsteilen des Bahngeschäfts zu realisieren“, sagt Maria Leenen, Geschäftsführerin der SCI Verkehr GmbH . „Zugleich wird mit der Digitalisierung die Bahnwirtschaft auch attraktiv für Zulieferer, die bisher nicht in diesem Geschäft unterwegs waren.“

Innovationsdruck und finanzielle Planungssicherheit

Einigungen und Fortschritte in der Etablierung wichtiger Marktgrundlagen wie der Bereitstellung öffentlicher Finanzmittel im Personen- und der intermodalen Chancengleichheit im Güterverkehr bilden die Basis der hohen Investitionen. Strukturelle Unwägbarkeiten in der Finanzierung des SPNV einschließlich seiner Infrastruktur wurden in den letzten Jahren nicht nur mit Revision des Regionalisierungsmittelgesetzes, sondern auch mit Aufstellung des Eisenbahnregulierungsgesetzes (ERegG) sowie der Fortführung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz/Entflechtungsgesetzes gelöst. Im Schienengüterverkehr wurde zuletzt mit dem „Masterplan Schienengüterverkehr“ ein Katalog an Maßnahmen vorgestellt, um den Schienengüterverkehr dauerhaft zu stärken und im Wettbewerb zu anderen Verkehrsträgern wirtschaftlich attraktiver zu gestalten. Hierzu zählt unter anderem die „deutliche“ Reduktion der Anlagen- und Trassenpreise, für welche laut Verkehrsministerium bereits im Haushalt 2018 350 Millionen Euro bereitgestellt werden sollen.

„Dies reduziert nicht den Druck der Bahnindustrie weiter kostengünstige und innovative Problemlösungen zu entwickeln“, sagt Maria Leenen. Gerade im intermodalen Wettbewerb bilden steigende Ansprüche der Kunden und der Gesellschaft an Zuverlässigkeit , Komfort und Umweltschutz eine ständige Herausforderung.

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