Elektrische Bahnen
Zur Elektrifizierung läuft seit 2014 eine umfangreiche Bürgerbeteiligung. Erst wenn alle Streitpunkte ausgeräumt sind, ist die Planfeststellung durch das Eisenbahn-Bundesamt und damit Baurecht zu erwarten. (Quelle: Erich Westendarp/pixelio.de)

Alle DB-Strecken nach und in Lindau sollen bis 2020 elektrifiziert sein

Bis 2020 sollen alle DB-Strecken nach und in Lindau elektrifiziert sein. Symbolischer Baubeginn war am 24. Oktober 2016.

Betroffen sind folgende Strecken:

  • Die von der gleichfalls zu elektrifizierenden Südbahn Ulm Hbf – Aulendorf – Friedrichshafen Stadt im Bahnhofsteil Friedrichshafen Güterbahnhof abzweigende Verbindungsstrecke zur Abzweigstelle Lindau-Aeschach an der von Immenstadt kommenden Hauptbahn
  • die aus Abschnitten von sechs verschiedenen Strecken bestehende Relation (München –) Geltendorf– Buchloe – Memmingen– Leutkirch – Kißlegg – Hergatz– Lindau Hbf sowie
  • die als Verbindungskurve fungierende Güterbahn Abzweigstelle Lindau-Aeschach – Lindau-Reutin.

Noch weitere Baumaßnahmen

Außer der Elektrifizierung stehen umfangreiche Baumaßnahmen bevor. Bedeutendstes Vorhaben ist der neue Durchgangsbahnhof im Stadtteil Reutin für die Fernverbindung Zürich– München. Künftig fahren in den Kopfbahnhof Lindau Hbf auf der Insel im Bodensee nur noch Regionalzüge. Jahrelang war darüber gestritten worden, ob dieser Bahnhof in bester städtebaulicher Lage nicht ganz aufgegeben werden könnte. Die Kombi-Lösung sieht nun vor, dass er etwas redimensioniert wird, aber mit sechs Bahnsteigkanten für den Regionalverkehr erhalten bleibt. Zahlreiche Nahverkehrszüge werden die Verbindung zwischen Lindau-Reutin und dem alten Hauptbahnhof herstellen. Die Strecke aus der Schweiz über das österreichische Bregenz ist bereits elektrifiziert.

130 Mio. Euro für den Bahnknoten Lindau

Insgesamt investieren Bund, Freistaat Bayern und DB 130 Mio. EUR in die Neugestaltung des Knotens Lindau. Die Schweiz hilft mit 50 Mio. EUR Vorfinanzierung, wenn die Fahrzeit der Züge Zürich–München wirklich unter 3 1/2 Stunden gekürzt wird; heute sind es 4 1/3 Stunden. Ermöglichen sollen das im Wesentlichen der Durchgangsbahnhof mit nur kurzem Aufenthalt und die höheren Beschleunigungen und Steigungs-Geschwindigkeiten des elektrischen Betriebs. Zur Elektrifizierung läuft seit 2014 eine umfangreiche Bürgerbeteiligung. Erst wenn alle Streitpunkte ausgeräumt sind, ist die Planfeststellung durch das Eisenbahn-Bundesamt und damit Baurecht zu erwarten. Hinter die Jahreszahl 2020 setzten Insider deshalb schon heute ein Fragezeichen. (rrr/kfg)

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