Elektrische Bahnen
Ceneri-Tunnel im Rohbau
Der Ceneri-Basistunnel wurde wegen der komplexen Geologie ausschließlich im Sprengvortrieb ausgebrochen. (Quelle: AlpTransit AG).

Rohbau des Ceneri-Basistunnels fertig gestellt

Ein Jahr nach dem Hauptdurchschlag ist im 15,4 km langen Ceneri-Basistunnel (CBT) Anfang Februar der Innenausbau beendet. Die Inbetriebnahme des 15,4 km langen Ceneri-Basistunnels erfolgt voraussichtlich Ende 2020.

Rund 700 Meter vom Nordportal in Camorino entfernt verfolgten vor einem Jahr mehr als 1000 Projektbeteiligte, darunter Mineure, Unternehmer, Ingenieure, Planer, Geologen und Vermesser, zusammen mit den Ehrengästen die letzte Sprengung in der Weströhre des Ceneri-Basistunnels. Jetzt steht der Rohbau des Ceneri-Basistunnels.

Ceneri-Basistunnel als Zubringer zum GBT

Der Ceneri-Basistunnels hat für den Regionalverkehr zwischen Bellinzona-Locarno-Lugano eine große Bedeutung. Die Schweiz ist mit ihrer Verlagerungspolitik - der konsequenten Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene - ein Vorbild in Europa.

Wie der Gotthard-Basistunnel besteht der 15,4 km lange Ceneri-Basistunnel aus zwei Einspurröhren, die alle 325 Meter mit einem rund 40 Meter langen Querschlag verbunden sind. Aufgrund seiner Länge sind keine Spurwechsel oder Nothaltestellen nötig. 

Ausschließlich im Sprengverfahren ausgebrochen

Der Ceneri-Basistunnel wurde wegen der komplexen Geologie ausschließlich im Sprengvortrieb ausgebrochen. Die maximale Felsüberlagerung beträgt bis zu 900 m, die geringste nur wenige Meter. Der grösste Teil des Ausbruchs erfolgte gleichzeitig in beide Richtungen vom Zwischenangriff Sigirino aus. Von den Portalen Vigana und Vezia wurden Gegenvortriebe ausgeführt, um Zeit und Kosten zu minimieren. Insgesamt wurden beim Bau des Ceneri-Basistunnels rund 8 Millionen Tonnen Material ausgebrochen.

Die eingebrachte Tunnelverkleidung und Tragkonstruktionen müssen ohne wesentlichen Unterhalt die nächsten 100 Jahre Bestand haben. In den zwei Einspurröhren wurden 1 Mio. m3 Beton verbaut.

Inbetriebnahme für 2020 geplant

Erste Vorarbeiten erfolgten bereits 1997 mit dem 3,1 km langen Erkundungsstollen. 2008 brach eine Tunnelbohrmaschine einen 2,3 km langen Fensterstollen aus. Am Ende dieses Stollens befinden sich zwei unterirdische Kavernen, die seit 2010 Ausgangspunkt für die Hauptvortriebe Richtung Süden und Norden waren. Die Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels erfolgt voraussichtlich im Dezember 2020.

Einbau von Bahntechnik ab Sommer 2017

In den vergangenen Monaten wurde der Innenausbau des Tunnels weiter vorangetrieben. Bis Ende 2016 waren alle Röhren und Stollen ausgekleidet und fertig betoniert. Die Spezialisten der Rohbau-Ausrüstung bestückten den Tunnel mit mechanischen und elektromechanischen Anlagen wie Türen, Tore oder Lüftungs- und Haustechnikanlagen. Diese gewährleisten, dass der Bahntunnel sicher betrieben und unterhalten werden kann. Im Sommer 2017erfolgt der Start des Einbaus der Bahntechnik. Die bahntechnischen Installationen umfassen die Fahrbahn, Fahrleitung, Bahnstrom- und Stromversorgung, Kabel-, Telecom- und Funkanlagen, Sicherungs- und Automatisationssysteme sowie die Leittechnik. (kfg)

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