Elektrische Bahnen
Die Semmering-Bergstrecke ist aufgrund von Bauarbeiten bis Oktober noch komplett gesperrt. (Quelle: Alexandra Wallner/ÖBB)

Totalsperre der Semmering-Bergstrecke dauert noch bis Oktober

Umfangreiche Erneuerungs- und Instandhaltungsarbeiten machen die Komplettsperre auf der Semmering-Bergstrecke notwendig. Bis Oktober gibt es sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr nur die Möglichkeit, auf den Schienenersatzverkehr auszuweichen.

Bis der Semmering-Basistunnel 2026 in Betrieb geht, rollen täglich rund 180 Züge über die 160 Jahre alte Semmeringstrecke. Dieses Verkehrsaufkommen muss in der topographisch anspruchsvollen Lage unter härtesten Witterungsbedingungen bewältigt werden. Große Temperaturschwankungen, Schnee und Frost setzen der Zuverlässigkeit der Gleisanlagen Grenzen. Die denkmalgeschützte Semmeringstrecke zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag stellt eine der intensivst genutzten Bahnstrecken im Netz der ÖBB dar – ist sie doch ein Nadelöhr auf der Nord-Süd-Verbindung im Osten Österreichs und auf europäischer Ebene. Deshalb werden bis 2025 weitreichende Erneuerungs- und Instandhaltungsarbeiten an der Bergstrecke durchgeführt.

Für den Nahverkehr besteht bereits seit 13. August bis inklusive 13. Oktober ein Schienenersatzverkehr zwischen Payerbach-Reichenau und Mürzzuschlag. Die intensivste Phase findet jetzt in der zweiten September-Hälfte statt.

Der Schienenersatzverkehr für die Fernverkehrszüge betrifft den Abschnitt Wiener Neustadt – Mürzzuschlag im Zeitraum vom 11. September bis 1. Oktober. Investiert werden in die Maßnahmen auf der Semmering-Bergstrecke im heurigen Jahr 28,6 Millionen Euro.

Lange Planungen und komplexe Bedingungen

Dem gesamten Projekt ist eine lange Planungsphase voraus gegangen, um die Arbeiten möglichst effizient erledigen zu können, und um die Beeinträchtigungen für die Fahrgäste so weit wie möglich in Grenzen zu halten, was bei der Komplexität der einzelnen Vorhaben sehr schwierig ist. Die bewusst zeitgleiche Umsetzung der Vorhaben hat das Ziel, alle Arbeiten auf der Südstrecke im Abschnitt von Wiener Neustadt bis Mürzzuschlag zu bündeln und innerhalb einer Sperre so kompakt wie möglich abzuwickeln.

  • Erneuerung von rund zehn Kilometern Gleis und zahlreicher Weichen
  • Sanierung des Kartnerkogel-Viaduktes auf den neuesten technischen Stand
  • Erneuerung der Oberleitungsanlagen im Bahnhof Semmering
  • Instandhaltungsmaßnahmen an Lehnen, Tunnel und Viadukten
  • Bahnsteigadaptierungen in den Bahnhöfen Klamm-Schottwien und Breitenstein
  • Sanierung Eisenbahnkreuzung in Breitenstein

Maßnahmen an der Südstrecke

An mehr als 100 großen und kleinen Projekten arbeitet die ÖBB-Infrastruktur AG derzeit entlang der Südstrecke, einem Teil des Baltisch-Adriatischen Korridors. 200 Kilometer Bahnlinie werden modernisiert, 170 Kilometer neu gebaut. 80 km neue Tunnel und 150 neue Brücken errichtet. Über 5.000 Menschen arbeiten daran. Ab Ende 2026 eilen die Züge in 2 Stunden 40 Minuten von Wien nach Klagenfurt, von Graz nach Klagenfurt in 45 Minuten. Sie passieren, auf insgesamt 470 km, viele neue Bahnhöfe und durchqueren mit hohen Geschwindigkeiten zwei Berge – den Semmering und die Koralpe. Das Projekt Südstrecke umfasst: den Nordbahn-Ausbau, den Ausbau Wien-Bratislava, den neuen Wiener Hauptbahnhof, das Güterzentrum Wien Süd, den Ausbau der Pottendorfer Linie, den Bau des Semmering-Basistunnels, acht modernisierte Bahnhöfe auf dem Weg von Bruck nach Graz, den modernisierten Grazer Hauptbahnhof und 130 Kilometer neue Koralmbahn. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzungen für einen zukunftsorientierten Personen- und Güterverkehr.

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