Elektrische Bahnen
Bahnmarkt Russland
(Quelle: SCI)

Russischer Bahnmarkt behauptet sich in schwierigem Umfeld

Der Markt für Bahntechnik (Infrastruktur, Systemtechnik und Fahrzeuge) in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) erreicht zurzeit ein Volumen von 20 Mrd. Euro und wächst bis 2021 um jährlich 1,7%.

Das ist das zentrale Ergebnis der neuen Marktstudie „The Railway Market in Russia and the CIS“ der SCI Verkehr GmbH. „Industrie und Betreiber in der Region richten in einem schwierigen Umfeld den Blick nach vorn“, konstatiert Maria Leenen, geschäftsführende Gesellschafterin von SCI Verkehr. Motor der Entwicklung ist der russische Bahnmarkt, in dem drei Viertel des Marktvolumens realisiert werden.

Russischer Bahnmarkt als treibende Kraft

Die durch den Verfall der Öl - und Gaspreise hervorgerufene Wirtschaftskrise in Russland und Kasachstan seit 2014 sowie der Konflikt in der Ostukraine hinterließen auch im Bahnsektor Spuren: Der Markt für Güterwagen, traditionell wichtigstes Produkt in der Region, hat sich zwischen 2013 und 2016 fast halbiert; das bis 2014 boomende Leasinggeschäft sah einige Übernahmen. Beschaffungswellen für Lokomotiven und Triebwagen schöpften die Budgets der Betreiber aus. Infrastrukturprojekte wurden ver schoben oder zeitlich gedehnt.

Doch kaum ein Vorhaben wurde endgültig aufgegeben. „Die Entwicklung neuer Fahrzeugtypen geht weiter, und auch die Modernisierung des Bestandsnetzes macht Fortschritte“, so Leenen. „Kooperationen, die regionale Anbieter mit westlichen Partnern geschlossen haben, stehen überwiegend stabil im Markt, denn der zeigt Nachfrage.“ Der Schienengüterverkehr stagnierte zuletzt auf hohem Niveau, brach aber nicht weg – ein deutliches Zeichen für die wachsende Bedeutung der Region im Transitverkehr zwischen Asien und Europa.

Personenverkehr durchlebt Strukturwandel

Der Personenverkehr steht unterdessen vor einem Strukturwandel: In den Ballungsräumen decken zunehmend Pendlerzüge und Metros die wachsende Nachfrage, während zur Erhaltung der zahlreichen Straßenbahnnetze die Finanzmittel fehlen. Die Märkte für entsprechende Fahrzeuge schrumpfen. Wachsender Bedarf an modernen, komfortablen und wirtschaftlichen Zügen für die langen Strecken zwischen den Wirtschaftszentren treibt parallel den Markt für flexibel einsetzbare Personenwagen.

Dass die Marktentwicklung dennoch nicht günstiger ist, liegt an der Ausgangsposition. Inmitten vielfältiger politischer und wirtschaftlicher Unwägbarkeiten bilden Restrukturierung und Diversifizierung die zentralen Aufgaben der nächsten Jahre. „Die Bahnunternehmen und ihre Lieferanten in der Region sind mit diesen Begriffen allerdings schon lange sehr vertraut“, so Leenen abschließend.

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