Elektrische Bahnen
Die Infrastrukturplanungen für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) auf dem Stadtgebiet Düsseldorf sind einen wichtigen Schritt vorangekommen. (Quelle: Rhein-Ruhr-Express)

Nächster Planfeststellungsabschnitt für Rhein-Ruhr-Express in Düsseldorf eingereicht

Die Deutsche Bahn AG (DB) hat den Antrag auf Planfeststellung für den Planfeststellungsabschnitt von Düsseldorf-Reisholz bis Düsseldorf Wehrhahn (PFA 2.1) beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) gestellt und damit das offizielle Verfahren zur Erlangung des Baurechts eröffnet.

Damit beginnt nun der offizielle Teil des Verfahrens und der Bürgeranhörung.

Der Planfeststellungsabschnitt 2.1 liegt innerhalb des Düsseldorfer Stadtgebiets und umfasst den Bereich zwischen Düsseldorf-Reisholz und Düsseldorf Wehrhahn. Ziel der Planungen ist es nach den Ausbaumaßnahmen - neben jeweils zwei Gleisen für den Fernverkehr und für die S-Bahn - zwei eigene Gleise für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) zur Verfügung zu haben.

Zwei eigene Gleise für den RRX

Hierzu wird in der beengten Innenstadtlage jedoch in der Regel nur ein Gleis neu errichtet. Um Platz zu sparen und somit den Eingriff in fremde Grundstücke zu minimieren, wird die bestehende Infrastruktur soweit wie möglich integriert. Beispielsweise wird zwischen der Kissinger Straße und dem Viernheimer Weg ein Gütergleis als zweites RRX-Gleis genutzt und am Volksgarten ein Gleis, welches heute in die Zugabstellanlage führt. Insgesamt werden auf 3,9 Kilometer die Gleise neu und auf 13,5 Kilometer Gleise umgebaut. Es müssen 49 Weichen neu eingebaut werden. Darüber hinaus ist eine Vielzahl von Bauwerken betroffen. So müssen insgesamt elf Eisenbahnüberführungen umgebaut bzw. erweitert werden. Weiterhin werden zwei Kreuzungsbauwerke für Züge umgebaut. Zu den Anpassungen an Gleisen und Ingenieurbauwerken kommen Umbauarbeiten an der Signaltechnik sowie an der Oberleitung.

Schallschutz für Anwohner

Aufgrund der Erweiterung des Schienenweges um ein zusätzliches Gleis und der erheblichen baulichen Veränderung des Verkehrsweges ergibt sich für die Anwohnerinnen und Anwohner ein Anspruch auf Schallschutz gemäß des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) in Verbindung mit der Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV). Die Ergebnisse des Schallgutachtens sehen im PFA 2.1 vor Schallschutzwände auf einer Länge von rund 10,5 Kilometern mit einer Höhe von in der Regel 4,00 Metern (über Schienenoberkante) zu errichten. Das sind fast 41.000 qm2 Schallschutzwände in diesem Abschnitt. Darüber hinaus ist auf 11 Kilometern der Einsatz des „Besonders überwachten Gleises“ (BüG) geplant. Ein spezieller Messzug überprüft einmal im Jahr den Zustand der Schienen. Je glatter die Schienen sind, desto leiser kann ein Zug darüber rollen. Ist der akustische Zustand der Schiene oberhalb der Grenzwerte, schleift ein Schienenschleifzug die Schienen wieder glatt. Außerdem haben laut Planung rund 380 Gebäude Anspruch auf passive Schallschutzmaßnahmen (z. B. Schallschutzfenster) dem Grunde nach.

Weiteres Vorgehen

Nach der Einreichung der Planfeststellungsunterlagen prüft das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) die Anträge im ersten Schritt fachlich und fordert ggf. die DB zur Konkretisierung oder Ergänzung der Unterlagen auf. Das EBA leitet die Planfeststellungsunterlagen an die Planfeststellungsbehörde – in diesem Fall die Bezirksregierung Düsseldorf – und die Stadt Düsseldorf weiter.Die Stadt Düsseldorf wird dann die Offenlage der Planfeststellungsunterlagen durchführen. In dieser Zeit haben die betroffenen Bürger die Möglichkeit, ihre Einwendungen zu den Planungen schriftlich einzureichen. Auch die Träger öffentlicher Belange (TöB) werden von der Bezirksregierung aufgefordert, ihre Stellungnahme zu den Planungen abzugeben. Nach Ende der Einwendungsfrist wird die Deutsche Bahn als Vorhabenträgerin die Einwendungen und Stellungnahmen von der Bezirksregierung erhalten, um diese anschließend schriftlich zu erwidern. Voraussichtlich wird die Bezirksregierung im Anschluss einen Erörterungstermin ansetzen, um die Stellungnahmen und Erwiderungen noch einmal zu erörtern, um einen Austausch zwischen öffentlichen und privaten Belangen herzustellen und Argumente auszutauschen.

Nach der Offenlage und dem Erörterungstermin erstellt die Bezirksregierung einen Anhörungsbericht und übergibt die Unterlagen dem EBA, das den Planfeststellungsbeschluss und damit das Baurecht erteilt. Das EBA entscheidet im Rahmen des Abwägungsprozesses, ob aus den Stellungsnahmen und Erwiderungen Auflagen für die Planung und Umsetzung entstehen. (kfg)

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