Elektrische Bahnen
Stellwerk Wuppertal
Die Betriebsqualität und Zuverlässigkeit sollen durch das neue ESTW gesteigert werden. (Quelle: DB)

Vorbereitungen für Inbetriebnahme des Elektronischen Stellwerkes in Wuppertal laufen auf Hochtouren

Am 30. August soll das neue ESTW in Betrieb genommen werden. Es steuert künftig den kompletten Zugverkehr und ersetzt die alten signaltechnischen Anlagen mit den Stellwerken in Gruiten (Baujahr 1976), Wuppertal Hbf (Baujahr 1964) und Wuppertal-Vohwinkel (Baujahr 1964).

Die Deutsche Bahn investiert mehr als 32 Millionen Euro in die Modernisierung des Schienennetzes der Region, die Ausstattung mit digitaler Leit- und Sicherungstechnik sowie den Bau des ESTW. Durch die Investitionen in den Bau moderner ESTW werden die Leistung und Effizienz des Schienenverkehrs gesteigert. Die Signale und Weichen werden künftig per Mausklick und Monitor gesteuert. Durch die erweiterten Fahr- und Wendemöglichkeiten ergibt sich für die Betriebsführung, insbesondere bei Bauarbeiten oder Gleissperrungen, eine wesentlich höhere Flexibilität, die auch zur Vermeidung von Verspätungen beitragen wird. Zukünftig können die Gleise in beide Richtungen ohne Geschwindigkeitsbeschränkung befahren werden. Außerdem wird der Instandhaltungsaufwand verringert.

Herkulesaufgabe für Baufirmen

Insgesamt werden bis zur Inbetriebnahme in den Bahnhöfen Haan-Gruiten, Wuppertal-Vohwinkel, -Sonnborn, -Zoologischer Garten, -Steinbeck und Wuppertal Hbf 387 Signale aufgestellt, 98 Weichen an die neue Technik angeschlossen und 374.000 Meter Kabel verlegt werden. Bestehende Weichen werden dabei parallel zu der vorhandenen Technik mit neuen Kabeln ausgerüstet. 195 neue Fundamente und Maste für die Signale und Signalmaste wurden bereits erstellt. Außerdem werden unter anderem elf Weichen und eine Doppelkreuzungsweiche entlang der Streckengleise neu eingebaut.

Mit dem Bau des ESTW wurde im März 2013 begonnen. Beauftragt ist die Firma InoSig GmbH, ein Tochterunternehmen von Bombardier Transportation und Balfor Beatty Rail. „Wir sind jetzt gemeinsam mit der Firma InoSig GmbH auf der Zielgeraden zur Inbetriebnahme des modernen Stellwerks. Wir wissen, dass die Vollsperrungen in den Osterferien und Sommerferien eine große Belastung für Wuppertal sind. Wir bitten hierfür schon jetzt die Fahrgäste um Verständnis für die entstehenden Beeinträchtigungen,“ so Peter Alsbach, Leiter Produktionsdurchführung in Düsseldorf.

Streckensperrungen und Behinderungen

Für die umfangreichen Arbeiten, die für die Inbetriebnahme des ESTW Wuppertal notwendig sind, war der Eisenbahnknoten Wuppertal während der Osterferien in der Zeit von Freitag, 7. April, 22 Uhr bis Montag, 24. April, 4 Uhr gesperrt. Auch während der Sommerferien von Sonntag, 16. Juli, 22 Uhr bis Mittwoch, 30. August, 4 Uhr wird er gesperrt sein. Die Bahnstation Wuppertal-Oberbarmen kann aus Richtung Hagen angefahren werden und ersetzt für Fahrten Richtung Norden während der Streckensperrung den Hauptbahnhof.

Da Bauarbeiten meist Einfluss auf den Bahnbetrieb haben, hat die DB zahlreiche weitere Baumaßnahmen im Schatten der Arbeiten zur Inbetriebnahme geplant, um Mehrfachbelastungen für die Reisenden zu vermeiden. Geplant sind Baumaßnahmen im Zusammenhang mit der Modernisierung der Bahnstation Wuppertal Hbf und an der Bahnstation Hochdahl. Zudem werden Gleise und Schienen in den Abschnitten Ennepetal – Hagen–Haspe, Hamm – Bönen, Westhofen – Schwerte und im Bereich Neubeckum erneuert.

Die betroffenen Verkehrsunternehmen stellen im Auftrag des VRR ein umfassendes Ersatzangebot mit Bussen bereit. Hierfür hat der VRR zusätzliche Finanzmittel in Höhe von rund 1,45 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Stündlich gibt es bis zu 20 Abfahrten mit mehr als 50 Bussen von Wuppertal Hbf. Zwischen Wuppertal-Oberbarmen und Wuppertal-Vohwinkel verkehren Busse im 3-9-Minuten-Takt, zwischen Wuppertal und Düsseldorf gibt es tagsüber pro Stunde und Richtung vier Schnellbusfahrten sowie vier Busse je Richtung und Stunde zwischen Wuppertal und Solingen.

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