Elektrische Bahnen
Schnelles Surfen soll bald auch im Regionalexpress möglich sein. (Quelle: stux/Picabay.com)

Bald auch kostenloses WLAN in Regionalzügen

Nach der Ausrüstung aller ICE-Züge mit kostenlosem WLAN bis zum Jahresende plant die Deutsche Bahn das schnelle Internet nun auch in den Regionalzügen. Ziel sei es, den Reisenden einen möglichst permanent verfügbaren Internetzugang zu bieten.

Derzeit kann das Streckennetz von den drei Mobilfunknetzen zu 87 Prozent abgedeckt werden. Von den täglich rund 6,2 Millionen in Deutschland beförderten Passagieren im Schienenverkehr sitzen 5,2 Millionen in Nahverkehrszügen. Die Versorgung mit schnellem Internet im Nahverkehr sei aber bislang "allenfalls rudimentär", sagte Jörg Sandvoß, Vorstandschef von DB Regio, am Sonntag in Berlin. 

Netze von Telekom, Vodafone und Telefonica gebündelt

Die Bahn hat demnach eine technische Lösung entwickelt, die die Netze der drei Mobilfunkanbieter Telekom, Vodafone und Telefonica bündelt. Die Bahn hat die Mobilfunkabdeckung auf 21.000 Kilometern Schienennetz gemessen und festgestellt, dass es zu 87 Prozent eine Netzabdeckung gibt. Das bedeute, dass ein Reisender auf einer 90 Minuten langen Fahrt im Schnitt rund 15 Minuten ohne Empfang ist. Auf ersten Nahverkehrs-Strecken etwa zwischen Kiel, Lübeck und Lüneburg ist das schnelle WLAN-System nach Unternehmensangaben bereits verfügbar. "WLAN ist Teil der modernen Lebenswelt, unterwegs wie zuhause", erklärte Sandvoß. Für eine zuverlässige Bereitstellung des Internetempfangs seien weitere Investitionen nötig. Die Bahn sei mit den Telekommunikationsunternehmen über den weiteren Netzausbau im Gespräch.

Mobilfunklöcher beseitigen

Während der noch bestehenden Mobilfunklöcher soll ein Informationsportal einspringen, das auch offline funktioniert und unter anderem Nachrichten, aktuelle Reiseinformationen und touristische Infos bietet.Der neue WLAN-Servie soll demnach kostenlos sein. "Ich gehe davon aus, dass die Fahrgäste nicht für die WLAN-Nutzung bezahlen wollen und das auch nicht tun müssen", sagt Sandvoß der "Welt am Sonntag". Die Kostenübernahme liege "in erster Linie in der Verantwortung der Aufgabenträger". Das sind die Organisationen, die den Bahnverkehr bestellen. Thomas Geyer, Präsident der Dachorganisation der Aufgabenträger (BAG-SPNV), befürwortet die Pläne der Bahn grundsätzlich. "Schnelles Surfen im Internet ist ein Qualitätsmerkmal, das dem Schienenverkehr hilft, sich gegenüber den Bussen zu behaupten", sagte er der "WamS".

Die Bahn hatte bereits angekündigt, mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember allen Kunden im Fernverkehr kostenloses WLAN auch in der zweiten Klasse anzubieten. Dabei wird aber anders als in der ersten Klasse das verfügbare Datenvolumen begrenzt. (Quelle: afp/kfg)

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