Elektrische Bahnen
Die hessische Umweltministerin Priska Hinz übergibt den Preis an die Offenbacher Vertreterinnen Janine Mielzarek, stellvertretende Leiterin der Geschäftsstelle Elektromobilität – Projektleitstelle Bundesprojekte, und Heike Hollerbach, Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz Hollerbach (v.l.n.r.) (Quelle: Roland Grün).

Offenbach am Main für nachhaltige Mobilität ausgezeichnet

Das Ziel ist klar: Bis 2050 will Hessen klimaneutral sein. Offenbach zeigt bereits seit ein paar Jahren, wie Elektromobilität in der Stadt gefördert werden kann. Dafür wurden die Stadt nun mit einem Preis ausgezeichnet.

Das Integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Offenbach am Main ist am 8. November während der Konferenz „Klima-Kommunal“ zum dritten Mal mit einem Preis ausgezeichnet worden.

„Unser Klimaziel ist klar: Bis 2050 wollen wir in Hessen klimaneutral sein. Das erfordert Anstrengungen – ganz konkret und vor Ort. Die Klima-Kommunen leben vor, wie diese umgesetzt und nachhaltig gelebt werden können. Offenbach zeigt bereits seit ein paar Jahren, wie Elektromobilität in der Stadt gefördert werden kann. Ob Pflegedienste, Handwerksbetriebe oder Hausärztinnen und Ärzte: Die Vermietung von E-Autos an Offenbacher Unternehmen wurde sehr gut angenommen und hat der Elektromobilität einen kräftigen Schub gegeben“, gratulierte Umweltministerin Priska Hinz den Vertreterinnen der Stadt Offenbach zur Auszeichnung beim Wettbewerb „So machen wir’s“.

Vermietung von E-Autos an Offenbacher Unternehmen

Das Preisgeld von 7.500 Euro nahmen die Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Heike Hollerbach, und die stellvertretende Leiterin der Geschäftsstelle Elektromobilität – Projektleitstelle Bundesprojekte, angesiedelt bei den Stadtwerken, Janine Mielzarek, persönlich entgegen. “Wir freuen uns über die Anerkennung der gemeinsamen Arbeit und werden das Preisgeld in die Umsetzungs- und Potenzialanalyse für den Aufbau der öffentlich zugänglichen Ladesäulen und die Entwicklung des Leitfadens investieren“ so Heike Hollerbach und Janine Mielzarek.

Der Wettbewerb wurde ausgerufen, um die Aktivitäten der Kommunen in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung zu fördern. Teilnehmen konnten alle Kommunen und Landkreise, die Mitglieder des Projekts „Hessen aktiv: Die Klima-Kommunen“ sind und die Charta des Projekts unterzeichnet haben. Die Stadt Offenbach gehört zu den Gründungsmitgliedern der Klima-Kommunen und ist seit 2009 dabei. Beworben hatte sich die Stadt in diesem Jahr mit ihren Projekten zum nachhaltigen Mobilitätsmanagement in der Kategorie Klimaschutz. Dazu gehört, gemäß dem 2010 beschlossenen Klimaschutzkonzept, neben dem schulischen Mobilitätsmanagement und verschiedenen Angeboten zum Radverkehr für Kinder, Jugendliche und Erwachsene insbesondere auch die Förderung der Elektromobilität. Die Stadt und die Stadtwerke – so die Jury – leisten mit den gemeinsamen Maßnahmen einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz, der Schulen, Unternehmen und die Öffentlichkeit einbindet und der in vergleichbarer Weise auch in anderen Kommunen umgesetzt werden könnte.

Projekte zum nachhaltigen Mobilitätsmanagement

Das Offenbacher Maßnahmenpaket besteht aus dem Einsatz von Elektroautos in Firmenflotten, kostenlosem Parken für E-Autos auf öffentlichen Parkplätzen sowie einem innovativen E-Auto- und Pedelec-Sharing-Angebot für Endkunden mit sechs Vermietstationen im Offenbacher Stadtgebiet ab 2018. Durch dieses Netz können Elektrofahrzeuge dann an einer beliebigen Station im Stadtgebiet entnommen und an einer anderen zurückgegeben werden. Auch bei der Elektrifizierung der Stadtbusflotte hat sich Offenbach konkrete Ziele gesetzt: Bis 2023 möchte die Stadt am Main 30 Prozent der Busse auf die umweltfreundliche Antriebstechnik umgestellt haben. 2019 sollen die ersten E-Busse im Linienbetrieb fahren und dazu beitragen, die Luftschadstoffe zu verringern. Ergänzend zur Elektromobilität bietet die Stadt nachhaltige Angebote für Schulen, Kindergärten und Radfahrer, wie den Schülerradroutenplaner oder Mobilitätsangebote zu Aktionstagen, zum Beispiel die Klimarallye.

Lenkungskreis Elektromobilität

Der Lenkungskreis Elektromobilität, zusammengesetzt aus städtischen Ämtern wie Umweltamt, Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, Eigenbetrieb Stadt Offenbach, Energieversorger und Projektleitstelle Elektromobilität bildet ein wichtiges Expertengremium und ist Impulsgeber für die Umsetzung verschiedener Ansätze von Elektromobilität mit dem Ziel, alltagstaugliche, benutzerfreundliche und flexible Mobilitätsangebote zu schaffen. Er ist auch verantwortlich für den Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Abarbeitung der fachlichen Voraussetzungen für die Umsetzung, seien es rechtliche Fragen, die geklärt werden müssen oder aber andere Vorgaben der Stadt. Die Aufgabe der Grundlagenermittlung und die Aufbereitung rechtlicher Rahmenbedingungen ist ein laufender Prozess und zeigt auf, wie komplex die Umsetzung von Elektromobilitätsthemen in Kommunen ist.

„Der Auf- und Ausbau von Elektromobilität für die prosperierende Stadt Offenbach ist ein wesentlicher Baustein zur Reduzierung von Umwelt-, Luft- und Lärmbelastungen. Der Lenkungskreis ist auch Gestalter einer neuen Mobilität für Alle in der Zukunft. Die Wahrnehmung und Akzeptanz für Elektromobilität wird in der Öffentlichkeit gesteigert. „Wir berichten regelmäßig über die Fortschritte der Projekte. Die Projekte, die hier umgesetzt wurden, sind jederzeit auch auf andere übertragbar“, sagt Heike Hollerbach, auch zuständig für die Themen Luftreinhaltung und Lärmminderung. Ein erfolgreiches Projekt war die Umstellung des Zustellbetriebs in der Fußgängerzone durch einen „Cargo Cruiser“ zur Belieferung der Geschäfte. Diese alternative und damit stadtverträgliche Gestaltung der Liefer- und Ladeverkehre im Innenstadtbereich erfolgt durch den Einsatz eines elektro-unterstützten Lastenfahrrads und leistet einen erheblichen Beitrag zur Aufenthaltsqualität und Luftreinhaltung, da die dauerhafte Substitution von Dieselantrieben angestrebt wird und durch Nutzung eines mobilen Depots fossile Brennstoffe auf die Zubringerverkehre begrenzt werden. Die Zustellung selbst kann so faktisch emissionsfrei erfolgen. Dadurch werden Zielsetzungen der Stadtgestaltung mit der notwendigen Mobilität von Gütern und Dienstleistungen vereinbart.

Verwandte Themen
Erster selbstfahrender SBB-Zug rollt weiter
High-Power-Charging-Netzwerk für Elektrofahrzeuge in Europa besiegelt weiter
Mikrosystemtechnik: VDE warnt vor Abhängigkeit von Asien weiter
KIT: Plug-in-Hybridfahrzeuge sind besser als ihr Ruf weiter
Zweiter Dieselgipfel: Forderungen aus der Branche weiter
Leibniz Campus Lecture: Mobilität der Zukunft weiter