Elektrische Bahnen
Die Welt wird in ein Raster aus 57 Billionen 3x3 Meter großen Quadraten aufgeteilt. Für jedes dieser Quadrate werden geographischen Koordinaten eindeutige 3-Wörter-Adressen zugeordnet.

Neue Form der Geocodierung: Entwicklungsschub für neue Mobilitäts- und Logistiklösungen

Die DB Digital Ventures sieht im globalen Adresssystem what3words Potenziale für die Navitagion von Verkehrsmitteln und einen Entwicklungsschub für neue Mobilitäts- und Logistiklösungen.

Die Deutsche Bahn Digital Ventures GmbH, die den Start-up-Fonds des DB-Konzerns verwaltet, beteiligt sich an dem globalen Adresssystem what3words. Das 2013 gegründete britische Unternehmen hat die Welt in ein Raster aus 57 Billionen 3x3 Meter großen Quadraten aufgeteilt. Für jedes dieser Quadrate werden geographischen Koordinaten eindeutige 3-Wörter-Adressen zugeordnet und umgekehrt. Mithilfe von what3words können Standorte auf präzise und einfache Art und Weise kommuniziert werden. Das bedeutet, dass es für jede Person und für jeden Ort weltweit eine Adresse gibt. Selbst dort, wo keine Hausnummer oder Postleitzahl existiert.

So funktioniert's

Glocke.hell.besoners zum Beispiel ist die Adresse der Redaktion eb - Elektrische Bahnen. "Wir machen die Weltkarte ein bisschen freundlicher für Menschen", sagt Chris Sheldrick, Gründer und CEO von What3words. GPS-Koordinaten, die Grundlage praktisch aller Kartendienste, bestehen aus jeweils 16 Zahlen und lassen sich nur schwer einprägen. Eine Adresse wie Glocke.hell.besonders aber ist leicht zu merken und dabei noch viel genauer als traditionelle Anschriften: Mit What3words ist es etwa möglich, genau den Hauseingang oder den Ort des Briefkastens anzugeben, während die Kombination aus Straße und Hausnummer gerade in Städten nicht sofort zum gewünschten Ziel führt. What3words verwandelt also komplexe GPS-Koordinaten in einprägsame Adressen.

Mit dem neuen System sollen die Menschen in der Lage sein, ihren aktuellen Wohnort mitzuteilen, egal ob sie nun in der Stadt in einem Haus oder in der Steppe in einem Zelt leben. Das macht sie für die offizielle Post zugänglicher, aber auch für andere Dienstleistungen.

Entwicklungsschub für neue Mobilitäts- und Logistiklösungen

„Die what3words-Verortung bietet eine nie dagewesene Präzision und wird Mobilitätsformen wie dem autonomen Fahren oder Drohnen-Auslieferungen neuen Schub verleihen“ sagt Manuel Gerres, Geschäftsführer der DB Digital Ventures und Leiter Neue digitale Geschäftsmodelle. „Nicht nur die Genauigkeit und Einfachheit des Systems sowie die Anwendungsmöglichkeiten für die Geschäftsfelder der Deutschen Bahn beeindrucken“, ergänzt Geschäftsführerpartner Boris Kühn, „auch das Wachstum und die Innovationskraft dieses jungen Unternehmens sind phänomenal.“

Kuriere in Europa und den USA nutzen what3words schon heute, um Waren schneller und punktgenau auszuliefern. Andere Anwendungen helfen Touristen, Treffpunkte oder Geheimtipps aufzufinden – von versteckten Plätzen in Parks über Strandabschnitte bis hin zu nicht adressierten Eingängen zu Airbnbs.

Die DB Digital Ventures sieht unter anderem Potenziale für Qualitäts- und Effizienzsteigerungen im weltweiten Warenverkehr. „In der Logistik können schon wenige Minuten Zeit zugleich Millionen Euro sparen, die Kundenzufriedenheit nachhaltig erhöhen oder internationale Hilfsaktionen, an denen DB Schenker regelmäßig beteiligt ist, verbessern“, so Boris Kühn.

Großes Potential für Navigation von Verkehrsmitteln

In Kürze will what3words auch die Spracherkennung einführen. Dies kann aus Sicht der DB die Navigation von Fahrzeugen sowie die Bedienbarkeit des Dienstes für Unternehmen und deren Kunden erneut entscheidend verbessern. Die Deutsche Bahn investiert bis 2018 rund eine Milliarde Euro allein in Digitalisierungsprojekte. Zusätzlich stehen bei der DB Digital Ventures bis 2019 rund 100 Millionen Euro Wagniskapital für Gründer und Joint Ventures bereit.

Siehe auch weitere Links: https://what3words.com/de/

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