Elektrische Bahnen
Der e.GO Life, ein Elektroauto für die Stadt, soll ab April 2018 in Serie gehen. Entwickelt wurde er von einem Start-up der RWTH Aachen. (Quelle: e.GO Mobile)

Elektroauto für den Stadtverkehr: Erste Vorserienversion des e.GO Life vorgestellt

Die e.GO Mobile AG, ein Start-up der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen hat den e. GO Life entwickelt, der sich als Zweit- oder Drittfahrzeug für mehrköpfige Haushalte und als Flottenfahrzeuge eignet. Die Entwicklungskosten lagen unter 30 Mio. EUR.

Neben dem e.GO Mover, einem selbstfahrenden Elektrokleinbus, soll ab April 2018 der e.GO Life, ein Elektroauto für die Stadt, in Serie gehen. Zur Minimierung der Wartungs- und Instandhaltungskosten wird der e.GO Life nicht im Hochvoltbereich ab 380 V betrieben, sondern verfügt über einen 48-VAkkumulator und ein dementsprechendes Bordnetz. Mit 2,3 kW kann das Fahrzeug an allen haushaltsüblichen Steckdosen in 5,5 h geladen werden. Öffentliche Stationen können bei gleicher Ladezeit mit dem optionalen Typ-2-Kabel genutzt werden. Die Entwickler sind der Meinung, dass Elektroautos herkömmliche Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mittelfristig nicht komplett ersetzen werden. Der Dieselmotor wird in den nächsten Jahren das Antriebskonzept sein, das auf Langstrecken gefahren wird.

e.GO Life als seriennahes Fahrzeug mit geringen Entwicklungskosten

Der e.GO Life hat wegen des Industrie 4.0-basierten Entwicklungsprozesses nur 30 Millionen Euro Entwicklungskosten verursacht. Der mit Thermoplast-Außenbauteilen beplankte Aluprofilrahmen verursacht außerdem geringe Herstellungskosten. Der e.GO Life überrascht mit seinem großzügigen Raumerlebnis. Das Cockpit bietet eine übersichtliche Armaturentafel mit einfacher Bedienung. Das moderne Bosch-Body-Control-Modul-Infotainment-System ist intuitiv bedienbar. Für eine Nutzung des Kofferraums als Ladefläche sind die Rücksitze einzeln umklappbar.

Bei der Entwicklung half dem Projektteam die neue EG-Richtlinie L7e für Kleinfahrzeuge, die die Höchstgeschwindigkeit auf 90 km/h bei einer Fahrzeugbreite von 1,50 Meter limitiert. Der e.GO Life kostet in der Basisausstattung voraussichtlich 12.500 Euro. Mit zwei Zusatzbatterien und als 2 + 2 Sitzer erreicht das Modell eine Reichweite von 120 km und kostet 13.900 Euro. 2017 werden zunächst 100 Primotypen gefertigt, 75 Primotypen werden an Beta-Tester verkauft.

Kooperation mit Bosch

Die Robert Bosch GmbH und die e.GO Mobile AG arbeiten seit der Gründung der e.GO Mobile AG im April 2015 zusammen. Bosch liefert für den e.GO Life bereits den 48-Volt-Antriebsstrang. Künftig wird Bosch auch den After-Sales-Service übernehmen. Dieser umfasst beispielsweise In-Car-Fahrzeugdiagnose, Werkstatttechnik und die Reparatur über das Bosch Werkstattnetzwerk. Bosch ist mit seinem Geschäftsbereich Automotive Aftermarket weltweit führender Anbieter von Automotive Service Solutions und steuert mit dem Bosch Car Service eines der international größten unabhängigen Werkstattkonzepte mit rund 17.000 Betrieben. Darüber hinaus entwickelt und vermarktet der Geschäftsbereich Connectivity-(Nachrüst)-Lösungen, vor allem für den Bedarf von Flottenkunden.

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