Elektrische Bahnen
Bis spätestens 2018 sollen die ersten Hybrid-Lastwagen mit Hilfe von Oberleitungen über deutsche Autobahnen über den eHighway rollen. (Quelle: Siemens)

eHighway: Autobahn-Teilstück soll bald mit Oberleitungen ausgestattet werden

Bis spätestens 2018 sollen die ersten Hybrid-Lastwagen mit Hilfe von Oberleitungen über deutsche Autobahnen rollen. Der eHighway ist im Vergleich zu Verbrennungsmotoren doppelt so effizient. Eine Siemens-Innovation versorgt Lkw über eine Oberleitung mit Strom. Das bedeutet nicht nur eine Halbierung des Energieverbrauchs sondern auch eine Verringerung der lokalen Luftverschmutzung.

Im Juni 2016 ging in Schweden bereits der erste eHighway auf einer öffentlichen Straße in Betrieb. Auf einem zwei Kilometer langen Autobahnabschnitt der E16 nördlich von Stockholm wird für die nächsten zwei Jahre ein Siemens-Oberleitungssystem für Lkw getestet. Dabei kommen zwei Diesel-Hybrid-Fahrzeuge des Fahrzeugherstellers Scania zum Einsatz, die in Zusammenarbeit mit Siemens für den Einsatz unter der Oberleitung angepasst wurden. Mit dem zweijährigen Testbetrieb möchten die schwedische Transportbehörde Trafikverket und der Regierungsbezirk Gävleborg Erkenntnisse darüber sammeln, ob sich das Siemens-eHighway-System für eine zukünftige dauerhafte kommerzielle Nutzung und einen weiteren Ausbau eignet. Denn das Land hat ehrgeizige Umweltziele ausgerufen: Schwedens Transportsektor soll bis 2030 unabhängig von fossilen Brennstoffen sein.

Pilotstrecken für eHighway in Hessen und Schleswig-Holstein

Dem Plan zufolge soll eine Pilotstrecke entstehen, auf der Hybrid-Lastwagen quasi während der Fahrt mit Strom versorgt werden. Die beiden Stromabnehmer auf dem Führerhaus fahren automatisch aus, sobald das Fahrzeug eine Strecke mit Oberleitung erreicht hat. Ist keine Oberleitung in der Nähe, greift der Lkw auf einen Dieselmotor zurück.

Auf zwei Autobahnabschnitten in Deutschland soll das schon Ende 2018 Realität werden - zumindest zu Testzwecken, weiß das Online-Portal t-online zu berichten. Die beiden Versuchsstrecken liegen in Hessen und Schleswig-Holstein. Sie seien jeweils zwölf Kilometer lang, hieß es aus dem Umfeld der Projektvorbereitung. "Die für die Pilotstrecken benötigten Infrastrukturen werden von den beiden ausgewählten Bundesländern ausgeschrieben, darauf können sich dann die Unternehmen bewerben", erläuterte ein Ministeriumssprecher. Die konkrete Bauplanung und -ausführung hänge dann von den Zeitplänen der Bundesländer sowie den Unternehmen ab. "Die Inbetriebnahme der beiden Pilotstrecken muss aber bis Ende 2018 erfolgen."

"Der eHighway ist im Vergleich zu Verbrennungsmotoren doppelt so effizient. Das bedeutet nicht nur eine Halbierung des Energieverbrauchs sondern auch eine Verringerung der lokalen Luftverschmutzung", sagt Roland Edel, Technologiechef der Mobilitätssparte von Siemens. "Der Hybrid ist der erste Schritt auf dem Weg zu elektrisch angetriebenen Fahrzeugen, die eine immer wichtigere Rolle bei der Entwicklung des nachhaltigen Güterverkehrs spielen."

Intelligenter Stromabnehmer in Kombination mit Hybridantriebssystem

Kernelement des Systems ist ein intelligenter Stromabnehmer in Kombination mit einem Hybridantriebssystem. Ein Sensorsystem ermöglicht dem Stromabnehmer das automatische An- und Abbügeln bis zu einer Geschwindigkeit von 90 km/h. Entsprechend ausgerüstete Lastwagen versorgen sich während der Fahrt aus Oberleitungen mit elektrischer Energie und fahren dann effizient und lokal emissionsfrei. Auf Straßen ohne Oberleitungsinfrastruktur setzen die Fahrzeuge in Schweden ein Hybridsystem mit Diesel ein. Alternativ kann das System beispielsweise auch mit Batterie oder komprimiertem Erdgas betrieben werden. "Das von Siemens entwickelte eHighway-Konzept vereint bewährte und geprüfte Bahntechnologie mit der Flexibilität des Transports auf der Straße", sagt Jan Nylander, Gesamtprojektleiter des Regierungsbezirks Gävleborg. "In Kombination mit der Hybridtechnologie von Scania werden Kraftstoffverbrauch und Emissionen verringert, während der intelligente Stromabnehmer sicherstellt, dass die eHighway-Fahrzeuge die gleiche Flexibilität bieten wie herkömmliche Fahrzeuge." Das Demonstrationsprojekt wird auf der E16 realisiert, die die Industrieregionen Dalarna und Gävleborg, die vor allem durch Stahl-, Papier-, Zellstoff- und Bergbauindustrie geprägt sind, mit dem Hafen von Gävle verbindet. In der Demonstrationsphase kommen zwei Fahrzeuge zum Einsatz. Dabei handelt es sich um Elektrohybrid-Lkw des Fahrzeugherstellers Scania, die in Zusammenarbeit mit Siemens für den Einsatz unter der Oberleitung angepasst werden. Siemens realisiert derzeit in Kalifornien zusammen mit dem Fahrzeughersteller Volvo und lokalen Lastwagen-Umrüstern ein Demonstrationsprojekt der regionalen Behörde zur Überwachung der Luftqualität, des South Coast Air Quality Management District (SCAQMD). Dabei werden im Umfeld der Häfen von Los Angeles und Long Beach verschiedene Lastwagen-Konfigurationen im Zusammenwirken mit der eHighway-Infrastruktur getestet. (Quelle: t-online.de/kfg)

ntsprechend ausgerüstete Lastwagen versorgen sich während der Fahrt aus Oberleitungen mit elektrischer Energie und fahren dann effizient und lokal emissionsfrei. (Quelle: Siemens)
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