Elektrische Bahnen
Zwischen Oberwart (Burgenland) und Friedberg (Steiermark) werden ab Juni 2018 selbstfahrende Züge getestet. (Quelle: Open.Rail.Lab)

Europas erste Teststrecke für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

In Österreich entsteht Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge auf offener Strecke. Im "Open.Rail.Lab" erproben Unternehmen und Forschungseinrichtungen neue Eisenbahntechnologie wie etwa Loks, die Eisenbahnkreuzungen oder Hindernisse auf den Schienen automatisch erkennen

Die 25,5 Kilometer lange Teststrecke verläuft von Oberwart über Altpinkafeld, Pinkafeld und Schäffernsteg nach Friedberg. Sie umfasst insgesamt acht Haltestellen, zwölf Eisenbahnkreuzungen und einen 524 Meter langer Tunnel. Die Inbetriebnahme der Teststrecke erfolgt im Juni 2018. Im Open.Rail.Lab kann die gesamte Entwicklung der Technik für selbstfahrende Züge durchlaufen werden - von ersten Simulationen am Computer bis zu Testfahrten im normalen Bahnbetrieb. In die Aufrüstung der Strecke investiert das Infrastrukturministerium gemeinsam mit dem Land Burgenland und der Industrie rund 11 Millionen Euro. Darüber hinaus wird das Infrastrukturministerium jährlich rund fünf Millionen Euro für Forschungsprojekte rund um automatisiertes Bahnfahren bereitstellen. Mit dem Open.Rail.Lab bekommt Österreich ein Testlabor für die Bahn der Zukunft.

Tests zum automatisierten Bahnfahren

"Im Burgenland werden künftig selbstfahrende Züge entwickelt und getestet, etwa intelligente Loks, die mit Eisenbahnkreuzungen und Autos kommunizieren und so Unfälle verhindern. Wir fördern gezielt Forschung rund um automatisiertes Bahnfahren. Damit tragen wir dazu bei, dass unsere heimischen Betriebe mit der neuen Technologie weltweit punkten und Arbeitsplätze bei uns im Land schaffen. Und wir machen die Eisenbahn noch sicherer", sagt Infrastrukturminister Jörg Leichtfried.

Dynamik im Bereich der Mobilität 4.0

Im Burgenland entsteht mit dem Open.Rail.Lab ein zukunftsweisendes Forschungsvorhaben. Es bietet Forschungseinrichtungen und Industrie die Möglichkeit, ihre Kompetenzen, um Innovationen im Zuge der Digitalisierung auf der Schiene im großen Stil zu entwickeln und zu testen. Einzigartig sind die vielfältigen Möglichkeiten die eine offene Strecke zur Erprobung und Evaluierung von neuen Innovationen im Bereich der Schiene mit sich bringen. "Diese Dynamik im Bereich der Mobilität 4.0 auf der Schiene ist eine große Chance, die Wertschöpfungs- und der Forschungsquote im Burgenland zu steigern", so Landeshauptmann Hans Niessl. Ab dem kommenden Jahr werden die Planungen und Umsetzungen für die Adaptierungen und Erweiterungen der Infrastruktur für das Open Rail Lab stattfinden.

Stärkung des österreichischen Wirtschaftsstandorts

Für die Stärkung des österreichischen Wirtschaftsstandortes ist eine optimale Unterstützung durch ein Open.Rail.Lab von größter Bedeutung. "Open.Rail.Lab" ermöglicht den Unternehmen neue Entwicklungen und Erfindungen voranzutreiben. So stärken wir den Wirtschaftsstandort Österreich und seine Innovationskraft, damit wir unsere Nummer-1-Position nicht nur halten, sondern weiter ausbauen", sagt der Obmann der Schienenbahnen-WKÖ Thomas Scheiber.

Sollten selbstfahrende Züge auch abseits von isolierten Strecken einmal möglich werden, so ist für die Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter damit sicherlich neues Spezialwissen verbunden. Dazu zählen etwa die Überwachung von Systemen, die Beurteilung der Lage in Notfallsituationen oder bei technischen Gebrechen. Gemeinsam mit den Arbeitgebern wird es daher nötig sein,  die Berufsbilder bei den Bahnen zu überarbeiten und neu zu definieren.

FH Campus Wien und Forschung Burgenland beteiligen sich

Gemeinsam mit der Forschung Burgenland GmbH, einem Tochterunternehmen der FH Burgenland, beteiligte sich die FH Campus Wien federführend an der Konzeptionsphase dieses innovativen Vorhabens. „Unser Zugang zum autonomen Fahren ist der Faktor Sicherheit. Wir betreiben seit Jahren als erste österreichische Hochschule Forschung auf dem Gebiet der System Safety. Damit stellen wir eine fundierte Basis für das Open.Rail.Lab zur Verfügung“, so Heimo Sandtner, Vizerektor für Forschung, FH Campus Wien. Das Vienna Institute für Safety & Systems Engineering, VISSE, der FH Campus Wien positioniert sich in diesem Bereich als eine  Wissensdrehscheibe für safety-affine Unternehmen aus Automotive, Railway, Luftfahrt sowie Maschinen- und Analgenbau. Zuletzt förderte die MA 23 ein F&E-Projekt zum Thema „Safety Konzept für autonome, schienengebundene, on-demand, open-track Systeme – AuSoDoTS“.

Gewährleistung einer intelligenten Energieversorgung

Der Verkehrssektor ist der größte Energieverbraucher und Schlüsselbereich für den Klimaschutz –genau hier setzt die Forschung Burgenland GmbH im Rahmen des Forschungsschwerpunkts Smart Energy and Innovation an. "Methodisch geht es sehr stark um Datenerhebung und Analyse, um das Erstellen von Modellen und Entwickeln von Szenarien und Systemen aus verfügbaren Technologien, um die Energieversorgung möglichst intelligent und ökologisch sowie ökonomisch nachhaltig gestalten zu können,“ betont Marcus Keding, CEO der Forschung Burgenland GmbH.

Die FH Campus Wien und die Forschung Burgenland GmbH setzen sich im Open.Rail.Lab das Ziel die Nutzer-Innen, allen voran KMU und Startups zu vernetzen und wollen die Testumgebung zu einem Best Practice der österreichischen Open Innovation Strategie machen, denn im Open.Rail.Lab haben Forschungseinrichtungen und die Industrie die Möglichkeit, digitale Neuerungen im Bereich der Bahntechnologie zu entwickeln und zu testen.

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