Elektrische Bahnen
Talaix; Hybridzug
Der Hybridzug "Talaix" von Talbot Services soll bald in Schleswig-Holstein über die Gleise rollen, wenn es nach dem Unternehmen geht. (Quelle: Talbot Services)

Emissionsfreier Hybridzug Talaix soll Entscheider in Schleswig-Holstein überzeugen

"Talaix" heißt das neue Konzept für einen Hybrid-Triebwagen des Aachener Unternehmens Talbot-Service. Damit will das Unternehmen die Entscheider in Schleswig-Holstein überzeugen.

Der Zug soll gegen die großen Hersteller Bombardier, Alstom und Siemens antreten und die Entscheider in Schleswig-Holstein überzeugen, die mehr als 50 umweltverträglichen Züge im Gesamtwert von 800 Mio. Euro beschaffen zu wollen.

Synthetischer Diesel

Talaix, der auch mit einem Katalysator ausgestattet werden soll, um die Emissionen von Stickoxiden drastisch zu reduzieren, wäre das erste Schienenfahrzeug, das auf allen Gleisen umweltverträglich fährt, bzw. Kohlendioxid verbraucht, das anderweitig anfällt, so das Unternehmen. Als Quelle böten sich Biogasanlagen an, die synthetisches Methan zur Einspeisung ins Erdgasnetz produzieren. Das primär hergestellte Biogas muss von Verunreinigungen, vor allem von CO2, befreit werden. Synthetischer Diesel würde nach dem Konzept von Dirk Reuters, Geschäftsführender Gesellschafter von Talbot-Services, in einer oder mehreren zentralen Anlagen in den Heimatbahnhöfen der Züge hergestellt. Infrage kommt eine Technik, die das Dresdner Unternehmen Sunfire entwickelt hat. Kernstück ist eine reversible Hochtemperatur-Elektrolyse-Anlage, die Wasser in Wasser- und Sauerstoff spaltet. "Reversibel" bedeutet, dass sie auch als Brennstoffzelle eingesetzt werden kann, die Wasserstoff in Strom und Wärme umwandelt.

Umweltfreundlich erzeugter Wasserstoff

Wind- und Solargeneratoren sollen den Strom für die Wasserspaltung liefern. Der derart umweltfreundliche erzeugte Wasserstoff wird in einem Reaktor mit Kohlendioxid verquirrlt. Ein Katalysator sorgt dafür, dass das träge Kohlendioxid mit dem Wasserstoff reagiert. Es entsteht bei entsprechender Prozessführung Diesel. Möglich ist auch die Herstellung von Gasen. Der so produzierte Dieselkraftstoff ist weitaus reiner als der, der aus Erdöl gewonnen wird. Er verbrennt in ganz normalen Motoren rußfrei. Schwefelemissionen gibt es nicht, auch keine gesundheitsgefährdenden Aromaten. (kfg)

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