Elektrische Bahnen
Ab 13.12.2020 sind Güterwagen nur noch auf leisen Sohlen untwerwegs. Ein entsprechender Entwurf zum Verbot des Betriebs lauter Güterwagen wurde vom Bundestag nun angenommen. (Quelle: DB)

Verbot lauter Güterwagen ab 2020: Eisenbahnverbände begrüßen Gesetz zum Lärmschutz

Güterwagen, die eine höhere Lärmemission verursachen als zulässig, dürfen vom 13. Dezember 2020 an nicht mehr auf dem deutschen Netz fahren. Für die Eisenbahnverbände ist diese Entscheidung ein "wichtiger Meilenstein".

Ein entsprechender Entwurf zum Verbot des Betriebs lauter Güterwagen wurde vom Bundestag nun angenommen.

Verbot gilt ab Fahrplanwechsel 2020

So wird der Betrieb lauter Güterwagen ab dem Fahrplanwechsel zum 13. Dezember 2020 verboten. Als "laut" gelten Güterwagen, die bei ihrer Inbetriebnahme die Fahrgeräuschgrenzwerte nach der Technischen Spezifikation Interoperabilität Teilsystem Fahrzeuge Lärm (TSI Lärm) nicht einhalten mussten. Diese Wagen sind häufig mit Grauguss-Bremssohlen ausgestattet, die einen großen Teil des Schienenlärms verursachen.

Grauguss-Bremssohlen verursachen Lärmbelästigung

Die vom Schienengüterverkehr ausgehende Schallemission erreicht oft einen Wert, der als schädliche Umwelteinwirkung gelten kann. Für Menschen, die nachts ständig hohen Schalleinwirkungen ausgesetzt sind, sind die gesundheitlichen Risiken deutlich erhöht. Der Gesetzentwurfes soll daher die Bevölkerung vor dieser schädlichen Umwelteinwirkung schützen. So wird der Betrieb lauter Güterwagen ab dem Fahrplanwechsel zum 13. Dezember 2020 verboten. Bis dahin hat die Wirtschaft ausreichend Zeit, sich durch Umrüstung von Güterwagen auf leise Bremssohlen auf diesen Stichtag vorzubereiten. Finanziell gefördert wird die Umrüstung durch ein Förderprogramm und lärmabhängige Trassenpreissysteme.

Es gibt aber auch Ausnahmen

Ausnahmen greifen, wenn laute Güterwagen nur noch so langsam fahren, dass sie den zulässigen Schallleistungspegel nicht überschreiten. Damit wird erreicht, dass Güterzüge weniger Lärm verursachen. Der EU-weit geltende Anspruch auf Netzzugang bleibt folglich gewahrt.

Eisenbahnverbände begrüßen das Verbot

Als „wichtigen Meilenstein für die Halbierung des Schienenlärms bis 2020“ haben die Eisenbahnverbände Allianz pro Schiene, NEE, Die Bahnindustrie, VDV und VPI den Bundestagsbeschluss des „Gesetzes zum Verbot des Betriebs lauter Güterwagen“ begrüßt.

Die Parlamentarier hätten damit Klarheit für die Branche in Europa geschaffen. Für die Eigentümer von leisen neuen oder umgerüsteten Güterwagen ist damit klar, dass ab Ende 2020 mit lauten Güterwagen kein wirtschaftlich erfolgreicher Schienengüterverkehr mehr betrieben werden kann und ihr eigenes Engagement Früchte tragen wird. Auch die durch den Bundestag noch einmal gegenüber dem Regierungsentwurf enger gefassten Ausnahmen und Befreiungen des Gesetzes finden die Zustimmung der Verbände, weil damit das beabsichtigte Signal an die Halter lauter Wagen noch unmissverständlicher ausgefallen ist.

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