Elektrische Bahnen
Der geplante Streckenverlauf der zweiten Stammstrecke: Um die bestehende Stammstrecke zu entlasten, werden auf rund zehn Kilometern Länge zwischen den Bahnhöfen Laim im Westen und Leuchtenbergring im Osten parallel zur derzeitigen Stammstrecke zwei neue Gleise gebaut. (Quelle: Deutsche Bahn AG/Stephan Hauff für „mobil“)

München bekommt eine zweite Stammstrecke

Der Freistaat Bayern und der Bund einigen sich auf den Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München. Auf einem Bahngipfel unterzeichneten das Bundesverkehrsministerium und der Freistaat Bayern nun eine Realisierungsvereinbarung zur gemeinsamen Finanzierung.

Als „Quantensprung für den öffentlichen Personennahverkehr in Bayern“ hat Ministerpräsident Horst Seehofer den Start für die zweite S-Bahn-Stammstrecke bei der Unterzeichnung einer Realisierungsvereinbarung zwischen dem Freistaat Bayern und dem Bundesverkehrsministerium bezeichnet. Mit der zweiten S-Bahn-Stammstrecke erhalte der Schienennahverkehr im Großraum München eine zweite Hauptschlagader. Das lasse Hundertausende Pendler aufatmen.

Das Projekt soll den öffentlichen Personennahverkehr im gesamten Verbundgebiet leistungsfähiger, zuverlässiger und attraktiver machen und die Verkehrssituation auf der Straße spürbar entlastet.

Bahngipfel sichert Finanzierung der zweiten Stammstrecke

Beim Bahngipfel zur zweiten Stammstrecke in der Staatskanzlei erklärte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG Dr. Rüdiger Grube zu der Einigung von Staatsregierung und Bund: „Wir als Deutsche Bahn begrüßen die heute unterzeichnete Vereinbarung zwischen Bund und Freistaat ausdrücklich und wissen dieses klare Bekenntnis für die zweite Stammstrecke sehr zu schätzen. Damit haben wir die planerische Sicherheit, dieses für die Fahrgäste in der Metropolregion München so wichtige Infrastrukturprojekt weiter vorantreiben zu können."

Müchner S-Bahn-Erweiterung: Bund trägt 60 Prozent der Baukosten

Die von Ministerpräsident Seehofer und Bundesverkehrsminister Dobrindt unterzeichnete Vereinbarung zur Realisierung der zweiten S-Bahn-Stammstrecke sieht vor, dass der Bund die förderfähigen Baukosten der zweiten Stammstrecke in Höhe von 60 Prozent trägt. Das Vorhaben soll aus dem Bundesprogramm zur Gemeindeverkehrsfinanzierung (GVFG) gefördert werden. Nach der vorletzte Woche erreichten Einigung über die Bund-Länder-Finanzbeziehungen steht das GVFG-Bundesprogramm auch über das Jahr 2019 als Finanzierungsquelle zur Verfügung. Im Interesse einer zügigen Realisierung der zweiten Stammstrecke wird der Freistaat Bayern fehlende Bundesanteile vorfinanzieren. Staatsregierung und Landtag werden auf der Grundlage der Vereinbarung des Bahngipfels noch in diesem Jahr die haushaltsrechtlichen Entscheidungen herbeiführen, damit der Freistaat gegenüber der Deutschen Bahn die Durchfinanzierung erklären kann.

Zweite Stammstrecke soll 2026 in Betrieb gehen

Nach aktuellen Planungen der Deutschen Bahn ist von einer gut neunjährigen Bauzeit auszugehen. Damit könnte die zweite Stammstrecke im Jahr 2026 in Betrieb gehen. Ministerpräsident Seehofer: „Die 2. Stammstrecke ist ein großer Aufschlag für die Region München. Darüber hinaus werden wir dafür sorgen, dass andere bayerische Projekte aus dem GFVG-Programm durch die Finanzierung der zweiten Stammstrecke in München nicht beeinträchtigt werden.“

Knapp 4 Milliarden Euro Baukosten

Eine wichtige Grundlage für die jetzt geschlossene Realisierungsvereinbarung war die von der Deutschen Bahn erstellte sachgerechte Kostenermittlung. Danach ergeben sich Gesamtkosten von 3,840 Milliarden Euro einschließlich Risikopuffer (knapp 3,2 Milliarden Euro ohne Risikopuffer). Gründe für die Kostenentwicklung sind unter anderem die in der Bauindustrie herrschende Hochkonjunktur und hohe Risikoaufschlägen aufgrund der langen Projektlaufzeit. Die Kostenmehrung wird auf der Grundlage der jetzt vereinbarten Kostenteilung damit letztlich vollständig vom Bund getragen. (kfg)

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