Elektrische Bahnen
in sechs Schritten zur Verkehrswende
(Quelle: Georg Sander/Pixelio.de)

VDV: Sechs Schritte für die Verkehrswende

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) setzt sich mit dem Sechs-PunkteProgramm „Deutschland Mobil 2030“ dafür ein, die Verkehrswende in Deutschland endlich zu schaffen.

Um die großen Herausforderungen im Klimaschutz und bei der Luftreinhaltung zu meistern, sind aus Sicht des Verbandes im Koalitionsvertrag der kommenden Bundesregierung konkrete Maßnahmen und Ziele einer Verkehrswende zu verankern. "Die kommende Bundesregierung muss sich bereits im Koalitionsvertrag eindeutig für die Umsetzung der Verkehrswende positionieren“, so VDV-Präsident Jürgen Fenske. Der VDV will mit eigenen Vorschlägen aus seinem Programm „Deutschland Mobil 2030“ dazu einen inhaltlichen Beitrag leisten.

Marktanteil des öffentlichen Verkehrs

Im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung in Hannover diskutieren rund 800 Vertreterinnen und Vertreter aus der Verkehrsbranche über die Maßnahmen und Ziele von „Deutschland Mobil 2030“. Dabei geht es im Kern um die entscheidende Frage, wie die oft propagierte Verkehrswende in Deutschland endlich in die Tat umgesetzt werden kann. „Über nachhaltig steigende Fahrgastzahlen freuen wir uns, aber dies darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Marktanteil des öffentlichen Verkehrs seit Jahren bei elf Prozent im Gesamtmarkt Personenverkehr stagniert. Verkehrswende heißt höhere Marktanteile für den öffentlichen Personenverkehr gewinnen. Dazu braucht es eine Angebotsoffensive und angemessene Rahmenbedingungen. Unser Programm Deutschland Mobil 2030 soll die Verkehrswende möglich machen“, so Fenske weiter.

Kapazitätsausbau und Modernisierung

ÜSTRA-Chef fordert Kapazitätsausbau und sieht digitale Herausforderungen für die Branche André Neiß, Vorstandsvorsitzender der ÜSTRA – diesjähriger Gastgeber der VDV-Jahrestagung – unterstützt Fenske in dieser Position: „Die Klimaschutzziele 2030 und die städtischen Probleme bei der Luftreinhaltung sind mit einer Veränderung des Modal Split zugunsten umweltfreundlicher Verkehrsträger möglich. Im städtischen Nahverkehr bedeutet das Kapazitätsausbau und, wo es nötig ist, Modernisierung. Der aktuelle Beschluss des Bundes zur Versteinerung wichtiger Finanzierungsmittel für den ÖPNV kann deshalb nur eine Zwischenlösung sein“, so Neiß. Zudem, so der ÜSTRA-Chef weiter, müsse sich auch die Branche weiterentwickeln, um marktfähig zu bleiben, zum Beispiel beim Thema Digitalisierung: „Konzerne wie Google oder Uber drängen auch in Deutschland auf den Mobilitätsmarkt. Wenn unsere Verkehrsunternehmen nicht zu Lohnkutschern für internationale Internetkonzerne degradiert werden sollen, müssen sie finanziell in die Lage versetzt werden, die digitalen Herausforderungen zu meistern.“

In sechs Schritten zur Verkehrswende

1. Kommunalen ÖPNV stärken durch: 

  • Ein Programm zur Auflösung des Sanierungsstaus in Höhe von 4,6 Mrd. € 
  • Verdoppelung der Mittel nach dem Bundes-GVFG und Dynamisierung der Mittel
  • Wiedereinführung der Busförderung zur Stabilisierung des ÖPNV im ländlichen Raum

2. Erhaltungs- und Wachstumsinvestitionen fürs Schienennetz zur Umsetzung des BVWP 2030 erhöhen

3. Wettbewerbsnachteile für den Schienengüterverkehr beseitigen durch:

  • Netzinvestitionen und Elektrifizierung von Strecken
  • Entlastung bei den Trassenentgelten
  • Beseitigungen von Kostenbelastungen bei den Energiesteuern

4. Entwicklung einer nationalen Mobilitätsplattform

5. Smart mobility und Digitalisierung zur Verknüpfung der Verkehrsträger

6. Fortsetzung der Förderung für Elektromobilität beim Bus und der Ladeinfrastruktur

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