Elektrische Bahnen
Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer befinden sich gerade in den Tarifverhandlungen. Dabei geht es um Lohnerhöhungen, Zusatzurlaub für Nachtarbeiter, Ausbau der Teilzeit im Alter, Mietzuschüsse für Auszubildende, weniger Belastung und mehr Planbarkeit. (Quelle: geralt/Pixabay.com)

Tarifverhandlungen zwischen DB und GDL: Das sind die Positionen

Die Deutsche Bahn hat der GDL ein Gesamtangebot mit weiteren Verbesserungen und der Aufforderung zu einem Flächentarifvertrag für das Zugpersonal vorgelegt. Wir stellen Ihnen die beiden Positionen im Folgenden vor.

Die Position der DB

„Wir gehen große Schritte auf die GDL zu, denn wir wollen im Interesse unserer Kunden und Mitarbeiter einen schnellen Abschluss. Unsere Angebote sind fair, machbar und bewegen sich im Rahmen unserer unvermindert angespannten wirtschaftlichen Möglichkeiten“, sagte DB-Personalvorstand Ulrich Weber. Die DB will trotz der Ablehnung der GDL belastete Mitarbeiter durch Sondermaßnahmen in einzelnen Bereichen zügig entlasten. Den in der Verhandlung erhobenen Vorwurf der GDL, auf die Forderungen nicht einzugehen, weist Weber vehement zurück: „Es ist ein leichtes Spiel, eine lange Liste mit meist unerfüllbaren Wünschen hinzulegen und der anderen Seite vorzuhalten, wir könnten ein 26 Prozent schweres Paket nicht mittragen.“ Die GDL hatte insgesamt 66 Forderungen erhoben.

Entgelt:

Das Entgeltangebot hat ein Gesamtvolumen von 4,2 Prozent. Die rund 35.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Zug sollen demnach 1,5 Prozent mehr Lohn, 0,2 Prozent für höheren Zusatzurlaub für Nachtarbeit und eine Einmalzahlung von 375 Euro erhalten. Dazu kommen weitere 2,5 Prozent für eine Absenkung der Referenzarbeitszeit zum 1. Januar 2018, die in 2015 vereinbart wurde und anzurechnen ist. Die vorgeschlagene Laufzeit beträgt 27 Monate vom 1. Oktober 2016 bis Ende 2018. Die Einmalzahlung soll für Oktober bis April 2017 gezahlt werden. Die Tariflöhne bei der DB sind in der letzten Tarifrunde um 5,1 Prozent in zwei Stufen erhöht worden, zuletzt zum 1. Mai 2016 um 1,6 Prozent.

Flächentarifvertrag:

Die DB fordert die GDL gleichzeitig auf, in Verhandlungen über einen Flächentarifvertrag für den Nahverkehr in Deutschland einzusteigen, um den Wettbewerb über Lohnkosten zu beenden. Ziel sind gleiche Beschäftigungsbedingungen für alle Eisenbahner im Nahverkehr. Noch immer liegt der Abstand zwischen DB und den Wettbewerbern allein bei den Lohnkosten zwischen 7 und 10 Prozent.

Mehr Planbarkeit:

Die DB plant weiterhin betriebliche Arbeitszeit-Initiativen vor Ort, um direkt und schnell mehr Planungssicherheit für Mitarbeiter im Schichtdienst zu schaffen und die Belastung weiter zu reduzieren. Das Unternehmen wird zügig konkrete Maßnahmen dort ergreifen, wo Mitarbeiter zu stark belastet sind. Keinerlei Verständnis zeigte die DB für die Blockadehaltung der GDL. Die DB schlägt vor, sowohl das GDL-Modell u.a. mit jeweils zwei zusammenhängenden freien Tagen pro Woche als auch die Vorschläge des Unternehmens einem Praxischeck zu unterziehen, bevor sie als Blaupause für das gesamte Fahrpersonal eingeführt würden. Die GDL-Forderungen für ein komplett neues Arbeitszeitsystem führen nach DB-Bewertung zu einer Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich.

Entgeltstufen:

Die DB kommt der Forderung der GDL nach, dass bei Lokführern die Abstände zwischen verschiedenen Entgeltstufen gleichmäßiger ausgestaltet werden (neue Entgelttabelle für Lokführer).

Nachwuchskräfte und Ältere:

Die DB will Mietkostenzuschüsse und Verbesserungen bei Familienheimfahrten für Auszubildende und Dual Studierende einführen. Die Höhe ist noch zu verhandeln. Ältere Mitarbeiter im Schichtdienst können künftig früher und zu verbesserten Konditionen besondere Teilzeit im Alter in Anspruch nehmen.

Weitere Forderungen:

GDL-Forderungen wie ein generelles Überstunden-Verbot für Teilzeit-Arbeitnehmer oder ein komplettes Verbot von Zeitarbeit und Werkverträgen lehnt die DB ab.

Auf der nächsten Seite lesen Sie die Position der GDL.

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