Elektrische Bahnen
Knorr-Bremse liefert Bremssystem für Indien
Knorr-Bremse liefert die Bremssysteme, damit sich die WAG12- Doppellokomotiven jederzeit sicher bremsen lassen. (Quelle: Alstom)

Knorr-Bremse rüstet 800 Doppellokomotiven für Indien mit Bremssystemen aus

Für den Einsatz vor 6 000 t schweren Güterzügen bestellte die indische Staatsbahn Indian Railways (IR) 800 Prima-Elektro-Doppellokomotiven der Radsatzfolge Bo‘Bo‘+Bo‘Bo‘ bei Alstom.

Indien setzt in den kommenden Jahrzehnten auf einen deutlichen Ausbau des Schienengüterverkehrs. Kern des Plans sind zwei weit über 1.000 Kilometer lange Frachtkorridore. Einer soll vom nordindischen Bundesstaat Punjab bis in die Westbengalen führen; der andere soll eine Verbindung zwischen dem Jawaharlal-Nehru-Hafen bei Mumbai und der Hauptstadtregion Delhi schaffen.

Auch auf diesen Strecken werden die 800 elektrisch angetriebenen Prima-E-Doppellokomotiven von Alstom unterwegs sein. Mit maximal 120 km/h werden die Loks bis zu 6.000 Tonnen schwere Züge durchs Land ziehen. Knorr-Bremse liefert für diesen Auftrag die Bremssysteme, damit sich die Lokomotiven jederzeit sicher bremsen lassen.

Maßgeschneiderte Bremssysteme

Das Unternehmen liefert mit Bremssteuerung, Luftaufbereitung und Drehgestellausrüstungen die kompletten Bremssysteme der Lokomotiven. Sie sind maßgeschneidert ausgelegt auf lokale Anforderungen, in diesem Fall auf eine spezifische Adaption des UIC-Standards für Indian Railways.

Basis ist die Bremssteuerung CCBII-IR, die auf dem CCBII-System aufbaut und seit einigen Jahren im Großteil aller neuen Lokomotiven von Indian Railways verbaut wird. Darüber hinaus übernimmt Knorr-Bremse die Serviceleistung der eigenen Systeme in 250 der WAG12-Doppellokomotiven für mindestens 13 Jahre. „Wir sind nah am Kunden direkt vor Ort. Einmal mehr zahlt sich mit dem Großauftrag der Umzug in unser neues indisches Werk vor knapp drei Jahren aus“, erklärt Deller.

Neues indisches Werk in Palwal: Nah am Kunden

Der Schritt war nötig, weil die alte Fabrik mit dem Wachstum des indischen Schienenverkehrsmarkts an ihre Grenzen gestoßen war. Seither produziert Knorr-Bremse auf 26.000 Quadratmetern mit hoher personeller Konstanz und damit viel Expertise und Erfahrung der Belegschaft Bremssteuerungen, Drehgestellausrüstungen, Kompressoren und Lufttrockner für Schienenfahrzeuge, vorwiegend für den indischen Markt. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit zertifizierten regionalen Zulieferern und auf Grundlage des weltweit einheitlichen Knorr-Bremse Produktionssystems (KPS). Das Werk in Palwal trägt wesentlich dazu bei, dass Knorr-Bremse die hohen Lokalisierungsanforderungen des indischen Markts erfüllen kann. Dort generiert Knorr-Bremse einen großen Teil der Wertschöpfung bei der Produktion der Bremssysteme. Die ersten Auslieferungen sind für Mitte 2017 und dann über einen Zeitraum von elf Jahren geplant. (kfg)

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