Elektrische Bahnen
Der vertraglich festgelegte Wirkungsgrad von 98,8 Prozent konnte bei einem 44-MW-Synchronmotor von ABB um 0,25 Prozent überschritten werden.(Quelle: ABB)

ABB-Motor stellt Weltrekord in Energieeffizienz auf

ABB erreicht mit einem sechspoligen 44-MW-Synchronmotor nahezu 100% Energieeffizienz.

Bei Tests, die kurz vor der Lieferung an einem sechspoligen 44-Megawatt-Synchronmotor von ABB durchgeführt wurden, konnte der vertraglich festgelegte Wirkungsgrad von 98,8 Prozent um 0,25 Prozent überschritten werden. Damit wurde ein Weltrekord in der Effizienz von Elektromotoren aufgestellt. Dank dieser Effizienzsteigerung können die Stromkosten während der 20-jährigen Lebensdauer der einzelnen Motoren um etwa 500.000 US-Dollar gesenkt werden.

Weltrekord in Effizienz

"Da die Elektrizitätskosten den bei weitem größten Anteil an den Gesamtbetriebskosten solcher Motoren ausmachen, haben solche Einsparungen erhebliche Auswirkungen auf den Gewinn“, sagte Sami Atiya, Leiter der ABB-Division Robotik und Antriebe. „Synchronmotoren zeichnen sich neben ihrem extrem hohen Wirkungsgrad durch ihre nachweisliche Qualität und Zuverlässigkeit aus. Ihre robuste Bauweise sorgt für eine niedrige Betriebstemperatur und geringe Vibrationen."

Optimierung der elektrischen und mechanischen Eigenschaften

Der Weltrekord-Wirkungsgrad wurde durch die Optimierung der elektrischen und mechanischen Eigenschaften des Motors erreicht und basiert auf dem Anwendungswissen von ABB und unserer über 100-jährigen Erfahrung in der Fertigung von Elektromotoren. Der durchschnittliche Wirkungsgrad dieser Synchronmotoren liegt zwischen 98,2 und 98,8 Prozent. Wenn sich der Motor im Dauerbetrieb befindet, werden anhand der Effizienzsteigerung von 0,25 Prozent jährlich 1.000 Megawattstunden Strom eingespart. Dies entspricht dem jährlichen Energieverbrauch von 240 europäischen Haushalten.

Verfügbare Energie effizienter nutzen

Der weltweite Energiebedarf ist heute fast doppelt so hoch wie vor 30 Jahren. Laut Schätzungen der Internationalen Energieagentur könnte der Bedarf bis zum Jahr 2030 erneut um über 50 Prozent ansteigen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, sind nicht nur neue Energiequellen erforderlich. Es kommt auch entscheidend darauf an, dass die bereits verfügbare Energie effizienter genutzt wird. Allein bei motorbetriebenen Anwendungen ist das Potenzial für Energieeinsparungen enorm. Drehzahlgeregelte Antriebe und hocheffiziente Motoren ermöglichen eine Senkung des Strombedarfs um 20 bis 50 Prozent, indem sie Energieverbrauch und -verluste verringern.

Beim Kundentest

Die Motoreneffizienz definiert sich als Verhältnis der mechanischen Ausgangsleistung zur elektrischen Eingangsleistung. Der Weltrekord wurde bei Tests für einen Kunden aufgestellt, der die Synchronmotoren von ABB für den Antrieb von Kompressoren in einer Luftzerlegungsanlage installieren wird, in der Industriegase produziert werden. Bei dem Synchronmotor handelt es sich um eine spezielle Ausführung eines Wechselstrommotors (AC), der einen Umfang von 5 x 4 x 4 Metern aufweist und eine Ausgangsleistung von 44 MW ermöglicht.

Verwandte Themen
Bahn erneuert die Oberleitung auf der Strecke Rosenheim - Kufstein weiter
Allianz pro Schiene: Bundesländer-Vergleich zum Elektrifizierungsgrad zeigt große Lücken weiter
ÖBB-Hybridlok mit Brennstoffzelle: Versuchslokomotive mit alternativem Antriebskonzept... weiter
EBA veröffentlicht Sicherheitsbericht 2016 weiter
Siemens: Soussan und Peter übernehmen Leitung der Division Mobility weiter
ABB übernimmt GE Industrial Solutions weiter