Elektrische Bahnen
Im Rahmen der 6. Rybniker Tagung zur Eisenbahngeschichte werden Interessierte am 23. und 24. Oktober 2017 zu einer wissenschaftlichen Tagung, Ausstellung und Exkursion geladen. (Quelle: Rybniker Tagung zur Eisenbahngeschichte)

6. Rybniker Eisenbahntagung vom 23. bis 24. Oktober 2017

Am 23. und 24. Oktober 2017 findet eine wissenschaftliche Tagung in Rybnik mit dem Titel „Kohle und Stahl, Menschen und Politik. Die Eisenbahn im Leben Schlesiens“ statt. Sie wird vom Museum in Rybnik, dem Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen und der Fakultät für Handel, Finanzen und Verwaltung der Ökonomischen Universität Kattowitz veranstaltet und findet zum sechsten Mal statt.

Zweifelsfrei kommt der Eisenbahn eine große Bedeutung in der Geschichte Schlesiens zu. Sie beeinflusste die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der Region (Schwerindustrie, Bergbau, Transport, Tourismus). Schon die Anfänge der Eisenbahn durch die Oberschlesische Eisenbahngesellschaft waren darauf ausgerichtet, ein gut funktionierendes Transportwesen für Bergbau und Handel zu schaffen. Mit dem Ausbau dieses Transportmittels wurden umfangreiche Bahnhofsanlagen geschaffen, Wohnhäuser für Eisenbahner unmittelbar bei den Bahnanlagen sowie ganze Wohnsiedlungen. Staatliche Einflussnahme führte zur Verstaatlichung der Bahngesellschaften. Die Rentabilität der Bahn ermöglichte sowohl den weiteren Ausbau wie auch die stetige Modernisierung, bis hin zur frühen Elektrifizierung einiger schlesischer Bahnstrecken. In Schlesien sind noch zahlreiche Beispiele und Denkmäler für die technologische Entwicklung der Eisenbahn (Stellwerke, Brücken, Tunnel, Wassertürme) anzutreffen.

Als soziale Gruppe organisiert und engagiert

Eisenbahner engagierten sich über ihre reguläre Arbeit hinaus in vielen Lebensbereichen. So gründeten und leiteten sie zahlreiche Sportvereine und andere soziale Einrichtungen. Als soziale Gruppe waren die Eisenbahner gut organisiert (z.B. in Gewerkschaften) und vertraten so auch politische Meinungen.

In Schlesien gab es anfangs und nach dem Preußischen Kleinbahngesetz erneut zahlreiche private Eisenbahngesellschaften. Dazu traten schmal- und vollspuriges Werksbahnen, zumal bei den oberschlesischen Hütten und Bergwerken. Eine eigene Entwicklung nahm die schlesische Eisenbahn in der Zwischenkriegszeit von 1922 bis 1939 in Polen und der Tschechoslowakei. Dies regt zu vergleichenden Betrachtungen an. Nach 1945 übernahm die nunmehr polnische Eisenbahn die zentrale Rolle im Personen- und Güterverkehr.

Themen der Tagung:

  • Geschichte einzelner Strecken, Eisenbahnknotenpunkte und Bahnhöfe
  • Umfang und Besonderheiten privater Eisenbahnnetze
  • Einfluss der Eisenbahn auf den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt, auch durch den Vergleich mit auswärtigen Beispielen
  • Verkehr zwischen den Eisenbahnnetzen in Schlesien und je nach Zeit auswärtigen Staaten (Polen, Deutschland, Österreich-Ungarn, Russland), dabei eventuell Berücksichtigung von Tarifen und internationalen Abkommen- Sand-, Industrie- und Bergwerksbahnen (Gründungen, Verwaltung, Nutzung)
  • Entstehung und Bedeutung der Kohlenmagistrale für Polen und Schlesien
  • Entstehung und Bedeutung der breitspurigen Eisenbahnverbindungen zwischen Schlesien und der Sowjetunion
  • Bahnarchitektur und Bahntechnik
  • Schlesische Eisenbahn und sozialer Wohnbau
  • Eisenbahner und ihre Familien
  • Eisenbahntouristik und Beispiele für die deren Bedeutung bei regionalen touristischen Konzepten
  • Bahnbauten zwischen Modernisierung und denkmalgerechter Erhaltung
  • Schlesiens Eisenbahn in der gegenwärtigen Umstrukturierung. Funktion, Selbstverständnis und die Rolle als Verkehrsträger

Referentenvorschläge bis Mai erbeten

Begleitend zur Konferenz findet für die Teilnehmer ein spezieller Exkursionstag zu ausgewählten bauhistorischen Objekten am 24. Oktober 2017 statt.

Vorschläge für Referate werden bis zum 31.05.2017 erbeten - in Polen an den Sekretär der Tagung, Dawid Keller (keller@muzeum.rybnik.pl), in Deutschland an Sebastian Lesniewski (lesniewski@oslm.de).

Das Museum begleitet das 175jährige Eröffnungsjubiläum der ersten Eisenbahnstrecke Schlesiens und eröffnet dazu seine große Sonderausstellung „Schlesische Bahnwelten: 175 Jahre Modernität und Mobilität“, die auf 500 qm vielfältige Aspekte der Eisenbahngeschichte aufgreifen wird.

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