Klimawandel schadet Schutzwäldern

Statt Verbauungen zu errichten, nutzen Gebirgsbahnen möglichst die Fähigkeit von Wäldern, steile Hänge oberhalb ihrer Strecken vor Erosion zu schützen und so deren Folgen zu vermeiden. In der Schweiz gilt das bei der BLS besonders für die hoch exponierte Lötschberg-Südrampe auf dem 20 km langen Abschnitt von Hohtenn (1 078 m) bis Brig (678 m) am Südhang des Rhonetals. Hier erhöhen die durch den Klimawandel häufigeren – derzeit bis zu jährlich zehn – und heftigeren Extrem-Ereignisse das Risiko für Kettenreaktionen mit mehr Steinschlägen, Mur- und Lawinengängen auf Verbauungen oder auf offene Gleise. Gleichzeitig leiden die bisherigen Baumarten der Schutzwälder zunehmend unter Hitze und Trockenheit. Zwar werden sie zum Erhalt ihrer Schutzfunktion seit Jahren bewässert, was aber aufwändig und problematisch ist.

Die BLS hat deshalb ein Projekt „Klimaangepasste Baumarten im Schutzwald“ aufgelegt. Dabei soll ermittelt werden, welche anderen einheimischen Baumarten hitzefest sind und dabei mit wenig Wasser auskommen; gebietsfremde Baumarten will man möglichst vermeiden. Es sollen Test- und Beobachtungsflächen eingerichtet und Konzepte für künftige Schutzwaldbewirtschaftung entwickelt werden. Erste Erkenntnisse werden in zwei Jahren erwartet.

Quelle: depart 1/2020

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