DB-Bilanz 2020: enorme Verluste infolge der Corona-Pandemie

Elektrischer Bahnenergiemix 2020 (Grafik: DB, berb. eb).

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DB-Bilanz 2020: enorme Verluste infolge der Corona-Pandemie

Die Bilanz des Jahres 2020 steht im Zeichen der Corona-Pandemie, die bei der DB Umsatz und Ergebnis einbrechen ließ. Der operative Verlust betrug 2,9 Mrd. EUR, von dem der Fernverkehr 1,7 Mrd. EUR einfuhr. Negative außerordentliche Effekte von 1,8 Mrd. EUR sind zum Beispiel auf die Sonderabschreibung bei der DB-Tochter Arriva zurückzuführen. Unter Einbeziehung von Zins- und Finanzergebnis sowie Steuern ergibt sich ein Nachsteuerverlust von 5,7 Mrd. EUR. Der Umsatz des DB-Konzerns sank gegenüber 2019 um 10,2 % auf 39,9 Mrd. EUR.

Europaweit nutzten 1,5 Mrd. Fahrgäste die Züge der DB, 42 % weniger als im Vorjahr. Nach Jahren der Fahrgastrekorde reisten 2020 im DB-Fernverkehr 81 Mio. Menschen, 46 % weniger. Bei DB Regio sank die Zahl der Zugreisenden um 38 % auf 1,2 Mrd. Reisende. Die Beförderungsleistung im Personenverkehr ging 2020 gegenüber dem Vorjahr um 47 % auf 52 Mrd. Pkm zurück.

DB Cargo legte beim Transport von Lebensmitteln zu. Der Rückgang der Transportvolumen in Schlüsselbranchen wie Auto, Stahl und Erz ließ die Menge der beförderten Güter gegenüber dem Vorjahr um 8 % auf 213 Mio. t sinken. Die Verkehrsleistung sank von 85 Mrd. tkm auf 79 Mrd. tkm.

Die internationale Logistiktochter DB Schenker sorgte weltweit für stabile Lieferketten bei dringend benötigten Gütern und erreichte mit 711 Mio. EUR das beste Ergebnis (EBIT-bereinigt) seiner Geschichte.

Auf den Strecken der DB wurden 1 066 Mio. Trkm geleistet – 2,2 % weniger als 2019. Der Gesamtumsatz von DB Netze Fahrweg stieg um 8 Mio. EUR auf 5 660 Mio. EUR.

Die Leistungskennzahlen für DB Netze Energie sind der Tabelle zu entnehmen. Der Anteil sich erneuernder Energien am elektrischen Bahnenergiemix ist 2020 auf 61,4 % gestiegen.

Die Versorgung des Bahnenergienetzes mit sich erneuernder Energien birgt Herausforderungen für die Beschaffung und für den Ausbau der Infrastruktur. Statt weniger großer fossiler Kraftwerke, die konstant Energie liefern, muss die Infrastruktur für die zunehmend dezentrale Einspeisung von kleineren, erneuerbaren Energieerzeugern, deren Leistung eher volatil ist, ertüchtigt werden. Die mit dem Bund geschlossene Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung gibt dafür die Planungssicherheit, um notwendige Infrastrukturmaßnahmen im deutschen Bahnenergienetz durchzuführen. Bis 2030 werden an acht Standorten Um-und Wechselrichter errichtet, erneuert oder in der Leistung ausgebaut. Um die erhöhte Komplexität im Bahnenergienetz künftig mit hoher Versorgungssicherheit zu managen, wird auf Sensorik und künstliche Intelligenz gesetzt.

Um die Belastungen der Pandemie zu einem erheblichen Teil ausgleichen zu können, hat die DB auf der Ausgabenseite ein Gegensteuerungsprogramm aufgesetzt. Diese Maßnahmen leisteten im Jahr 2020 einen Beitrag von rund 1,7 Mrd. EUR.

Für 2021 erwartet die DB einen operativen Verlust (EBIT-bereinigt), der mit 2 Mrd. EUR niedriger sein sollte als 2020. Der Umsatz dürfte auf 41 Mrd. EUR steigen. Alle Prognosen bleiben pandemiebedingt mit hohen Unsicherheiten behaftet. Ab 2022 rechnet die DB mit operativen Gewinnen.

Die um 10 % gestiegenen Brutto-Investitionen erreichten 2020 mit 14,4 Mrd. EUR einen Rekordwert. Die Netto-Investitionen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 % auf 5,9 Mrd. EUR zu. Die Investitionen sollen 2021 weiter steigen und fließen vor allem in den Infrastrukturausbau, neue Züge und ICE-Werkstätten.

Mitte Februar hatte die DB mitgeteilt, dass Prof. Dr. Sabina Jeschke, Vorständin für Digitalisierung und Technik, das Unternehmen im Mai auf eigenen Wunsch verlassen wird. Die gebürtige Schwedin begründete ihre Entscheidung damit, sich stärker in die Start-up-Szene – vor allem auf internationaler Ebene – und in Hightech-Entwicklungen einbringen zu wollen.

[1] Daten und Fakten 2020. Deutsche Bahn, Berlin 25. März 2021.

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